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Management
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| Unternehmenskultur
auch für die Zahnarztpraxis? Ein kleiner Überblick über ein weites Feld
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Nicht nur dem Bundeskanzler wurde als Vorstand der imaginären "Deutschland AG" jüngst vom Frankfurter Börsenchef eine neue Unternehmenskultur anempfohlen. Auch in kleinen und mittelständischen Betrieben fällt das Fehlen von allgemeingültigen Wertesystemen auf. So hörte ich vor wenigen Wochen bei einem Beratungstermin den Zahnarzt erbost im Behandlungszimmer poltern: "Wer war denn das schooon wieder? Seid ihr denn alle ?" Der Aufsatz des ZEG war zum zweitenmal in der Woche zum Schaden des Lamellenbündels falsch aufgesetzt worden.
Daraus wird deutlich, dass Unternehmenskultur weniger mit formschöner
Einrichtung und frisch gestärkten Kitteln zu tun hat (aber auch), sondern
die gemeinsam vereinbarten Ziele und Werte der Praxis und das Miteinander
bestimmen soll. o Was sind unsere Prinzipien? o Wofür steht diese Praxis - welche Werte werden geachtet? o Wie gehen Mitarbeiter und Klienten miteinander um? o Welches große Ziel wollen wir erreichen - welche Vision steht dahinter? Auch in einem Logo oder in Ritualen - hinter denen alle Angehörigen der Unternehmung stehen - können sich diese Zielvereinbarungen nach außen hin sichtbar machen, nämlich als einfachsten Fall in der bekannten TÜV-Plakette oder in religiösen Symbolen. Um richtig verstanden zu werden: Es geht in diesem Bereich nicht so sehr um Marketing - um Wirkung nach außen, die leitet sich davon ab -, sondern um die inneren Werte, Formen und Zielsetzungen einer Praxis; als normative Vorgabe (z.B. christliche Nächstenliebe) - als strategische Planung (keine vorsätzliche Körperverletzung, also Fortbildung - nihil nocere) - als operative Umsetzung (ausreichende, diagnoseadäquate Therapie mit optimaler Organisation und Freundlichkeit/Zuwendung).
Das Lächeln ist freiwillig
Schulung und Wissensweitergabe in der Praxis
Umgang mit Fehlern
Sachlicher Gleichklang - Coordinated Identity Und noch ein ganz wesentlicher Aspekt muss erwähnt werden: Die Mitarbeiterin wird in ihrer Tätigkeit sicher und macht ihre Arbeit somit gern, sie hat ein Ziel, hinter dem sie steht, das sie mit den Kolleginnen gemeinsam anstrebt und sich doch wenigstens zeitweise damit von den anderen positiv abheben kann. Dieser Faktor wirkt nachweislich wesentlich motivierender als die beste Lohnerhöhung. (Maslow-Hierarchie, Herzberg-2-Faktoren und ExV-Theorien. Porter&Lawler haben das schon vor 40 Jahren bestätigt.)
Ermutigenden Rahmen schaffen Das morgendliche "Briefing" oder nennen wir es "Konzilium", bei dem der Tagesplan besprochen wird, ist sicher nicht jeden Tag sachlich zwingend. Und doch, diese soziale Interaktion hat ihre Wirkung und ermöglicht eine stete Vertiefung und Bekräftigung der gemeinsamen Ziele durch den Chef. Denn natürlich ist Motivation nicht eine einmalige Aktion, sie muss jeden Tag neu angeschoben werden. Der Zahnarzt ist Vorbild - wenn er morgens etwas später kommt oder die vereinbarte Kundenorientierung vermissen lässt, ist das Führen "nach Gutsherrenart" allerdings nicht die Grundlage für eine disziplinierte Profimannschaft.
Vorbilder und Motivation sind fast alles Aber noch etwas kommt hinzu: die tägliche Chance eines kontinuierlichen Lern- und Entwicklungsprozesses (vgl. Arbeiten von P. Drucker). Die Praxisstrukturen müssen offen für Veränderungen sein, die Helferinnen haben die Chance, sich fortzubilden; die neuen Fähigkeiten sollen in den Tagesablauf einfließen und intern an die Kolleginnen weitergegeben werden. So entsteht kontinuierliche Verbesserung als Praxiswert aus umgesetzten Vorschlägen und Bemühungen der Mitarbeiterinnen. "Was denn noch alles?", wird jetzt mancher Kollege fragen und über so viel Veränderungen den Kopf schütteln. Natürlich kostet es Arbeitszeit, ein morgendliches Briefing oder ein monatliches Teamgespräch abzuhalten, auch wenn nur zwei Helferinnen da sind. Die zehn Minuten konzentrierte Planung zahlen sich schon am gleichen Tag wenigstens doppelt aus, denn plötzlich ist souveräne Sicherheit im Ablauf, und es wird Platz für noch zwei Schmerzpatienten. Der Einzige, der dagegen spricht, ist der kleine Kobold in jedem drin, der Selbstdisziplin so hasst. Nicht von Ungefähr sind im ersten Abschnitt eines QM-Handbuches die Ziele und Visionen der "Geschäftsleitung" dargestellt , also eine knappe Beschreibung der geplanten/festgelegten Praxiskultur (s. Abb. unten). In der Kenntnis, dass ein geordnetes Zusammenspiel zu einem beständigen Qualitätserfolg nur führen kann, wenn die Philosophie stimmt, geht dieses Kapitel allen anderen Regelungen voraus. Das Motto lautet: Qualität wird nicht hineingeprüft (durch Wiederholung), sondern ist die Folge eines geplanten Fähigkeitsprozesses aus Motivation, Lernen und Bemühungen um Erfolg. Nochmals: In der Förderung von Praxiskultur geht es darum, interne und uneffektive Reibungsflächen und damit Kräfteverlust zu vermeiden, Schnittstellenprobleme zu erkennen und optimistische Zukunftsvisionen auch den Patienten zu vermitteln. Wenn die Zielrichtung aller Mitglieder der Praxis die patientenorientierte freie Zahnarztpraxis (im Gegensatz zur bürokratischen Scheinmentalität) mit der Selbstverpflichtung zur kontinuierlichen Verbesserung beinhaltet, hat diese auch morgen, unabhängig von allen Kassenquerelen, erfolgreiche Arbeitsplätze zu bieten. Literatur auf Anfrage
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