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Fortbildung
  Okklusalkaries: Erkennung durch laserinduzierte Fluoreszenz


Dr. Markus Thoma, München

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  Die okklusalen Flächen der bleibenden Molaren von Kindern und Jugendlichen sind oft von Karies befallen; dementsprechend häufig wird Fissurenkaries diagnostiziert. Die Diagnostik ist schwierig, da sich oftmals unter einer scheinbar intakten Schmelzoberfläche Dentinkaries verbirgt.
Prof. Dr. Adrian Lussi, Abteilung für Kinderzahnheilkunde an der Klinik für Zahnerhaltung Bern, stellt erste viel versprechende In-vivo-Resultate mit einem auf Fluoreszenz basierenden Lasergerät vor.

Ein Problem der üblichen Diagnostikmethoden (Inspektion mit/ohne Sonde, Bissflügelaufnahmen) liegt Lussi zufolge in ihrer zu geringen Sensitivität bezüglich der Fähigkeit, Zähne mit Dentinkaries bei makroskopisch intakter Oberfläche zu erkennen. Sondieren mit Druck hat darüber hinaus den Nachteil, dass oberflächlich entkalkte Schmelzanteile zerstört werden; eine derartig initiale Karies kann und muss präventiv therapiert werden. Mit Röntgenbildern ist Okklusalkaries nur erkennbar, wenn sie bis ins Dentin vorgedrungen ist.
Ziel der Schweizer Studie war es deshalb, zu untersuchen, inwieweit sich die laserinduzierte Fluoreszenz unter Praxisbedingungen dazu eignet, in Zweifelsfällen nach herkömmlicher Diagnostik eine zweite Meinung einzuholen.

Funktionsweise
Die Methode macht sich den Umstand zu Nutze, dass demineralisierte Zahnhartsubstanz bei der Bestrahlung mit einer Lichtquelle (hier: Wellenlänge von 655 nm bei 1 mW Leistung) stärker fluoresziert als gesunde. Die Detektionsspitze am Handstück des Geräts DIAGNOdent (KaVo, Biberach) führt in ihrem zentralen Teil der Zahnoberfläche Licht zu und leitet in konzentrisch angeordneten äußeren Fasern das vom Zahn fluoreszierte Licht an die Messeinheit ab. Dabei wird der aktuelle und maximale Messwert eines laufenden Messzyklus gespeichert. Ein sich in der Tonlage ändernder Anzeigeton des Geräts ermöglicht durch Rotation der Spitze die Auffindung des größten Fluoreszenzsignals, d.h. die räumliche Anordnung der Läsion.

Resultate und Anwendungshinweise
Die an 105 Patienten vorgenommene Untersuchung zeigte, dass das auf Laserfluoreszenz basierende Gerät unter Praxisbedingungen hohe Spezifitätswerte und hohe Sensitivitätswerte erreichte. Wichtig erscheint dabei, dass bestimmte Handhabungsvorschriften beachtet werden müssen (Eichung mit Keramikstandards, Bestimmung der Eigenfluoreszenz einer gesunden Zahnfläche, konsequente Rotation der Spitze um die Längsachse während des Messvorgangs).

Des Weiteren ist zu beachten, dass Zahnstein, Plaque, verfärbte Fissuren und Komposite fluoreszieren können und damit zu falsch positiven Ergebnissen führen. Die Bedeutung der Verfärbung einer Fissur als diagnostisches Hilfsmittel für Karies sei im übrigen umstritten, so Lussi, da diese Verfärbungen einige Jahre nach dem Zahndurchbruch oft exogener Natur seien.

Nach Ansicht des Autors ergibt der DIAGNOdent eine bessere Diagnose des kariösen Prozesses als herkömmliche Methoden (s. Tab.) und ermöglicht es, rechtzeitig entsprechende präventive Maßnahmen zu ergreifen, die unter Umständen eine Restauration erübrigen oder hinauszögern. Vor der Anwendung des DIAGNO-dent sollten die Zähne des Patienten getrocknet und unter Umständen gereinigt werden, um zuerst eineoptimale visuelle Diagnostik zu ermöglichen.

  Klin.Inspektion Bitewing-Röntgen DIAGNO-dent
Spezifität
Schmelzniveau1
Dentinniveau2

98%
98%

 -
95%

96%
84%
Sensivität
Schmelzniveau1
Dentinniveau2

59%
37%

 -
57%

95%
89%
1 Schmelzniveau: keine Karies ="gesund"; Schmelzkaries und Dentinkaries werden als "krank" bewertet
2 Die Grenze für "gesund" und "krank" liegt hier bei der Schmelz-Dentin-Grenze (keine Karies und Schmelzkaries = "gesund", Dentinkaries = "krank")
Spezifitäten und Sensitivitäten für die Diagnostik bei Gebrauch verschiedener Methoden

Nach: Lussi, A.: Laserinduzierte Fluoreszenz zu Erkennung der Okklusalkaries. Acta Med Dent Helv, Vol 5: 2/2000


 
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