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| Zahnärzte in Bayern |
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Fortbildung
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| Neue Wege in der
Geweberegeneration Satellitenkonferenz der DGP in München
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| Reichlich verwirrt zeigten sich einzelne Kollegen angesichts
der fehlenden Satellitenübertragung bei dieser als Satellitenkonferenz
angekündigten Veranstaltung der DGP. Satellit war vielmehr die Tagung
selbst, vorgeschaltet nämlich dem Parodontologie-Highlight des Jahres
2000, dem Kongress der European Federation of Periodontology vom 8. bis 11.
Juni 2000 in Genf.
Zur Einstimmung auf Euro-perio 3 in Genf gab D. Weng, Würzburg, einen Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Stand der GTR-Technik. An den Indikationen hat sich in den letzten Jahren so gut wie nichts geändert. Während die Behandlung von Furkationsbefall Grad I mit der GTR-Technik eher als Überbehandlung anzusehen ist, eignen sich Furkationsdefekte Grad II im Unterkiefer am besten für diese Behandlungsmethode. Bereits weniger gute klinische Ergebnisse zeigt die Literaturübersicht bei der Behandlung von Furkationsbefall Grad II im Oberkiefer bukkal, während interproximal im Oberkiefer die Vorhersagbarkeit der Ergebnisse bei der Behandlung dieses Defekttyps nochmals deutlich abnimmt. Als nicht indiziert für die GTR-Technik sind auch weiterhin Furkationsdefekte Grad III anzusehen. Vertikale parodontale Knochendefekte gehören hingegen sehr wohl zum Indikationsbereich der Membrantechnik, wobei auf eine intraossäre Defekttiefe von mindestens 4 mm geachtet werden sollte. Bei der Behandlung gingivaler Rezessionen stellen autogene Bindegewebstransplantate in Kombination mit Verschiebelappen den Hauptkonkurrenten für die GTR-Technik dar. Bei häufig vergleichbaren Werten bezüglich der Rezessionsdeckung bleibt es unklar, ob die Membrantechnik histologisch nachweisbar zu einer ausgeprägteren Regeneration parodontaler Strukturen führt.
Bessere Chancen durch kombinierte Vorgehensweise?
Neue mikrochirurgische Techniken in der parodontalen
Geweberegeneration Besteht aufgrund des Einbringens von Membranen interdental ein erhöhtes Expositionsrisiko, empfiehlt sich bukkal die Präparation eines doppelt gesplitteten Lappens, der mit einem palatinalen Insellappen kombiniert werden kann. Auf diese Weise erfolgt der spannungsfreie Wundverschluss in der kritischen Zone nicht nur in zwei Schichten, sondern die Wundränder des inneren und äußeren Lappens sind zusätzlich gegeneinander versetzt. Durch dieses neue Lappendesign konnte in einer eigenen klinischen Studie die Expositionsrate im Vergleich zu früheren Werten deutlich gesenkt werden. Fluoreszenzangiographische Untersuchungen deuten auf eine schnellere Durchblutung des Lappens und somit eine Begünstigung der Wundheilung bei Anwendung des dargestellten chirurgischen Konzeptes hin.
Biologisch aktive Faktoren in der parodontalen und ossären
Regeneration Tierexperimentelle Untersuchungen mit im augmentierten Sinusbodenbereich gesetzten dentalen Implantaten zeigten, dass die Menge des durch die Augmentation gewonnenen Knochens bei geeigneten Augmentatmaterialien mit und ohne Zusatz von OP-1 etwa gleich war. OP-1 führte jedoch zu einem deutlich höheren Implantat-Knochen-Kontakt, was eine frühere Implantatbelastung ermöglichen würde. Die in der Parodontologie zunehmend eingesetzten Schmelzmatrixproteine sind zwar keine Wachstumsfaktoren, aber insofern biologisch aktive Proteine, als sie die Ausschüttung von Wachstumsfaktoren beeinflussen, die bei der parodontalen Regeneration eine Rolle spielen. Experimentelle Untersuchungen zur Regeneration parodontaler Defekte mit biologisch aktiven Faktoren konzentrieren sich zunehmend auf BMPs, vor allem BMP-7 (OP-1). Der Start einer ersten klinischen Untersuchung in Deutschland steht unmittelbar bevor. Da Wachstums- und Differenzierungsfaktoren in Deutschland unter das Arzneimittelrecht fallen, dürfte bis zur Anwendbarkeit dieser vielversprechenden Technologie in der Praxis noch geraume Zeit vergehen.
Neue operative Methoden zur Knochenaugmentation im Front- und
Seitenzahngebiet Sobald vertikal Knochen aufgebaut werden muss, ist dazu autogener Knochen erforderlich. Besonders gut eignen sich autogene Knochenpartikel in Verbindung mit einem nichtresorbierbaren Membranmaterial oder autogene Knochenstücke, die mit Schrauben fixiert und mit einer resorbierbaren Membran abgedeckt werden (Abb. 1 und 2).
Eine besondere Herausforderung stellt die spannungsfreie Deckung des
augmentierten Bereiches dar. Hier kommen wiederum der doppelt gesplittete
bukkale Lappen und der palatinale Insellappen zur Anwendung. Besonders vielversprechend für die vertikale Augmentation scheint daher die Technik der Distraktionsosteogenese. Zehn Tage nach dem operativen Einbringen des Distraktors beginnt der Patient selbst mit der Vertikalbewegung des präparierten Knochensegmentes durch Drehen an der für ihn zugänglichen Schraube. Während der sukzessiven Vertikalbewegung des Segmentes wird gleichzeitig das Weichgewebe mitentwickelt.
Implantat-Sofortbelastung - Wo liegen die Grenzen? Zur Festlegung der Grenzen der Implantat-Sofortbelastung wies R. Glauser, Zürich, in seinem Vortrag auf Methoden hin, die eine genauere Beurteilung der Primärstabilität eines Implantates bzw. seiner Stabilität während der Einheilung erlauben. Auf diese Weise könnte die Sicherheit bei der Wahl des Zeitpunktes der Implantatbelastung erhöht werden. Zum Abschluss dieser äußerst gelungenen Tagung verdeutlichte Prof. Dr. Jörg Meyle, Gießen, als Präsident der DGP noch einmal, dass in den Wachstumsfaktoren für die Geweberegeneration ein großes Potenzial steckt, jedoch bei aller Euphorie längst nicht alle Fragen geklärt sind und daher diese Technologie sicher nicht schon morgen verfügbar sein wird.
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