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  Entwicklungstrends der Internet- und Kommunikationstechnologie Technologiewerte auch weiterhin die Outperformer


Dipl.-Betriebswirt Stefan Rasche, Augsburg

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  Betrachtet man die Dax-Entwicklung seit Beginn des Jahres, so verzeichnete er seinen Tiefstand bei 6.388 Punkten und seinen Höchststand bis dato (Stand: 31. März 2000) bei über 8.000 Punkten - eine rasante Entwicklung, die alle Prognosen für das gesamte Jahr 2000 weit überflügelt. Doch bereinigt man den Dax um die Technologiewerte, so stellt man fest, dass sich dieser auf der Stelle bewegt und Einzelwerte sogar nachgegben haben. Das bedeutet, dass der Gesamtmarkt in den ersten Monaten des Jahres eindeutig durch Technologiewerte vorangetrieben wurde. Die Konsequenz: Bei der letzten, vierteljährlichen Anpassung des Dax wurden Technologiewerte, wie z.B. die Deutsche Telekom, in ihrer Gewichtung von 21,22% auf die zulässige Höchstgewichtung von 15% zurückgestuft.

Betrachtet man nun den "Neuen Markt", wird dieser fast ausschließlich von Technologiewerten getrieben. Dementsprechend war auch der Verlauf des Nemax in diesem Jahr, der sich mit einem Tiefstwert von 4.119 Punkten und einem Höchstwert von 8.583 Punkten nicht nur verdoppelt, sondern den Dax sogar noch überholt hat. Auf zwölf Monate betrachtet, hat er sich gar verdoppelt! In der Konsolidierungsphase, in der er sich um die 6.500 Punkte bewegt hat, wurden sogleich kritische Stimmen laut, die vom Platzen einer großen Blase unkten. Doch niemand erwähnte, dass der Nemax nach seiner Konsolidierung immer noch 60% über seinem Jahrestiefstand notiert. Und das in drei Monaten!

Entwicklungstrends
Fragt man sich nun nach der weiteren Performance der Technologiewerte, so muss man einen Blick auf die aktuellen Entwicklungstrends dieses Segments werfen. Es fällt auf, dass sich das "time to market" der Produkte und Dienstleistungen dieses Segmentes gravierend verkürzt hat und zu ganz neuen, verkürzten Produktlebenszyklen führt. Daraus resultieren rasante Technologieneuerungen, die durch hoffnungsvolle "start up's" an die Börse gebracht werden.

In Zahlen betrachtet bedeutet dies, z.B. fürs Internet, dass sich die über das Web transferierte Datenmenge durchschnittlich alle 100 Tage verdoppelt. Das Internet hat sich zu einem Massenkommunikationsmittel und zu einer bedeutenden Handelsplattform entwickelt.

Und doch steht die Konjunktur in diesem Bereich noch in den Startlöchern. Um all die ungefilterten Informationen der Handelsteilnehmer zu kanalisieren, gewinnen die Portale (Handelsplattformen) an Bedeutung. Deshalb gehören die Unternehmen des "Neuen Marktes", die solche Plattformen betreiben, zu den High-Flyern.

Auch im Bereich der Kommunikationstechnik ist eine Marktsättigung noch nicht absehbar. Besaßen am Jahreswechsel rund 400 Millionen Menschen ein Handy, so sollen es 2002 ca. 600 Millionen sein, und 2005 soll die Milliardengrenze geknackt werden. Mit dem Anschluss der Handys ans Web werden sie zu kleinen Computern. Begleitende Technologien, wie z.B. das "Wireless Application Protokoll" (WAP), ein Web-Browser für Mobiltelefone, steigern die Nutzung der Handys und des Internets zusätzlich.

Doch damit nicht genug. Die wenigen, die glauben, dass mit diesen Technologien die Nutzung des Internets erschöpft wäre, werden durch neue Erfindungen eines Besseren belehrt. Das neue Zauberwort lautet E-learning. Dahinter verbirgt sich die Nutzung des Webs zur gezielten Wissensvermittlung, die derzeit in Projekten wie z.B. dem "3 L" von SAP (lebenslanges Lernen) untersucht werden. Hier zeichnet sich ein gewaltiges, nicht abzuschätzendes, neues Marktpotenzial ab.

Marktsättigung noch lange nicht in Sicht
Auch wenn es Stimmen geben sollte, die da sagen, der Run auf die Internet- und Kommunikationswerte sei "Schnee von gestern" und die Konsolidierung weise auf eine Performance-Korrektur hin, kann der Autor dieser Argumentation nicht folgen. Zu erwähnen bleibt, dass auch nach starken Kurskorrekturen die Technologiewerte zu den Outperformern im ersten halben Jahr gehören. Darüber hinaus ist an Marktsättigung überhaupt noch nicht zu denken. Neue Anwendungsbereiche und Technologien erschließen immer neue Wachstumschancen.

So gesehen bieten die Technologiewerte sicherlich nach wie vor lohnende Investitionsmöglichkeiten, besonders dann, wenn sich nach gravierenden Korrekturen günstige Einstiegschancen bieten oder in Nischen nach einzelnen Perlen gesucht wird.


 
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