Speicheltests bringen es an den Tag  
Kennen Sie Ihr Karies-Risiko?
Nein? - Das sollten Sie aber, denn nur dann kann eine optimale zahnmedizinische Prophylaxe betrieben werden.

Nicht jeder ist gleich gefährdet, an Karies oder Parodontits zu erkranken. Wie groß das individuelle Risiko ist, hängt von der Konzentration an Karieserregern in der Mundhöhle und der Qualität des Speichels ab. Der Zahnarzt kann diese Parameter bestimmen und auf der Grundlage der Ergebnisse ein entsprechendes Prophylaxeprogramm für den einzelnen Patienten entwickeln.

Je mehr Karieserreger, desto größer das Risiko

An der Entstehung von Karies und Parodontitis sind verschiedene Bakterien maßgeblich beteiligt. Wichtige Erreger sind die Streptokokken und Laktobazillen. Mit Hilfe einer Speichelprobe kann der Zahnarzt feststellen, wieviele Erreger sich in der Mundhöhle aufhalten. Sind es mehr als eine Million Streptokokken oder über 10.000 Laktobazillen pro Milliliter Speichel, ist die Gefahr groß, an Karies zu erkranken oder eine Zahnfleischentzündung zu entwickeln.

Behandlung mit antibakteriellen Wirkstoffen senkt die Erregerzahl

Durch eine intensive Lokalbehandlung von Zähnen und Zahnfleisch mit antibakteriellen Wirkstoffen läßt sich die Bakterienzahl in der Mundhöhle reduzieren und das Karies-Risiko herabsetzen. Diese Arzeimittel läßt man mit Hilfe eines Medikamententrägers auf Zähne und Zahnfleisch einwirken. Die Medikamententräger werden dabei für jeden Patienten speziell angefertigt.
In manchen Fällen kann auch eine lokale Fluoridierung zur Härtung des Zahnschmelzes notwendig sein. Hier kann nur der Zahnarzt die richtige Entscheidung treffen.

 


Streptokokken in der Mundhöhle:
Sind es zu viele, steigt das Karies-Risiko.


Diagnostischer Nachweis von Laktobazillen im Speichel: 100.000/ml sind zu viel.

Hätten Sie's gedacht, daß Speichel Zähne und Zahnfleisch schützt? Der Grund dafür ist einfach: Die Oberfläche der Zähne, der Zahnschmelz, wird ständig ab- und aufgebaut. Die Säuren, die die Bakterien in der Mundhöhle aus Zucker produzieren, entziehen dem Zahn Kalzium, der Speichel führt dem Zahn das Kalzium wieder zu.

Ständiger Kreislauf:
Ent- und Remineralisation des Zahnschmelzes

Außerdem kann Speichel die Säuren neutralisieren und so einen Angriff auf den Zahnschmelz verhindern oder wenigstens verringern. Speichel reinigt die Zähne auch von Speiseresten und Mikroorganismen.

Speichelfluß und Speichelqualität lassen sich messen!

Diese Aufgaben kann der Speichel nur dann erfüllen, wenn er in ausreichender Menge und Qualität produziert wird. Andernfalls steigt das Risiko für Karies und Parodontitis sprunghaft an. Die Ursachen für mangelnden Speichelfluß und -qualität sind vielfältig. So geht die Speichelproduktion mit zunehmendem Alter oft zurück. Auch Arzneimittel, z.B. blutdrucksenkende Medikamente oder Psychopharmaka, können die Speichelproduktion verringern. Stellt der Zahnarzt fest, daß Ihr Speichel nicht mehr ausreichend schützt, kann er Ihr individuelles Prophylaxeprogramm entsprechend gestalten.

Gesunde Zähne ein Leben lang - Seite 4

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Pfui Spucke?
Von wegen! Speichel schützt die Zähne!
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