BLZK - Patientenfragen & Antworten

Karies und Füllungen



 

Wie entsteht Karies?
"Karies" ("Zahnfäule") ist die Folge einer Zerstörung ("Entkalkung") der Zahnhartsubstanz durch Säuren, die von bestimmten Bakterien in den Zahnbelägen (Plaques) produziert werden. Voraussetzung für die Herstellung dieser Säuren ist die Anwesenheit von Zucker in der Nahrung, d. h. die Bakterien benötigen Zucker als Nahrungsquelle und scheiden dann Säuren als Stoffwechselprodukt aus. Je mehr dieser "kariogenen" (karieserzeugenden) Bakterien vorhanden sind, je mehr Zucker zur Umwandlung in Säure zur Verfügung steht und je länger diese Säure in Kontakt mit der Zahnoberfläche kommt, umso schneller entkalkt der Zahn und umso eher entsteht Karies.

Ist Karies ansteckend?
Wissenschaftlicher Erkenntnis zufolge ist Karies "ansteckend". Auslöser sind wie bekannt Bakterien und diese können auch übertragen werden. Dies ist insbesondere deswegen von Interesse, da ein Kind ohne karieserzeugende Bakterien geboren wird. Erst Umweltkontakt infiziert den Säugling mit den Bakterien. Folglich können um so mehr Bakterien auf das Kind übertragen werden, je mehr sich im Mund der Mutter befinden. Genau aus diesem Grunde ist es zur vorsorglichen Risikobestimmung sehr ratsam für die werdende Mutter, jeweils am Anfang und am Ende der Schwangerschaft einen Speicheltest durchführen zu lassen, um geeignete Prophylaxemaßnahmen ergreifen zu können.

Wie kann ich zusätzlich zur Zahnpflege Karies vermeiden?
Karies zählt weltweit zu den häufigsten ernährungsabhängigen Erkrankungen. Grundvoraussetzung für gesunde Zähne ist eine ausgewogene Ernährung, die alle wichtigen Nährstoffe enthält. Insbesondere die Mineralstoffe Calcium, Phosphor und Fluorid sowie die Vitamine A, D und C sind unerlässlich für eine gesunde Entwicklung und Erhaltung der Zähne und des Zahnhalteapparates.

Bei der Kariesbehandlung erhält der kranke Zahn eine Füllung, doch womit? Welches Füllungsmaterial ist das richtige?
1. Amalgam
Ein bewährtes Füllungsmaterial für den Seitenzahnbereich ist das Amalgam – eine Legierung aus Silber, Zinn, Kupfer, Quecksilber und Zink. Amalgam zeichnet sich durch einfache, schnelle Verarbeitung, lange Haltbarkeit, hohe Festigkeit und ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis aus. Noch heute gibt es für große Füllungen im kaulasttragenden Bereich kaum eine Alternative. Allergische Reaktionen sind möglich aber sehr selten und können auch bei anderen Materialien auftreten.

2. Kunstoff-Füllung
Füllungen aus Komposit (Gemisch aus Kunststoff und anorganischen Füllstoffen) sind im Frontzahnbereich das Mittel der Wahl. Im Seitenzahnbereich muss der Zahnarzt abwägen, ob die Größe der Füllung und der Kaudruck die Verarbeitung von Komposit zulassen. Kompositfüllungen werden im Mehrschichtverfahren gelegt und lichtgehärtet. Dies ist gegenüber einer Amalgamfüllung zeit- und materialaufwendiger und deshalb teurer. Eine mögliche Gefahr besteht darin, dass das Material bei der Verarbeitung schrumpft und sich Randspalten bilden können, in denen erneut Karies entstehen kann. Rät der Zahnarzt von Komposit ab, ist Amalgam die Alternative. Aus ästhetischen Gründen werden zunehmend auch im Seitenzahnbereich zahnfarbene Füllungen gewünscht. Die Differenz zur Amalgamfüllung zahlen Sie als Kassenpatient selbst. Ausgenommen von dieser Regelung sind Amalgam-Allergiker oder Personen mit einer Niereninsuffizienz sowie Schwangere.

3. Inlays
Inlays werden im zahntechnischen Labor im Gegensatz zu den herkömmlichen Füllungen (Amalgam, Kunststoff) stets außerhalb des Mundes durch Abdrucknahme angefertigt. Der Zahnarzt zementiert diese dann ein. Dabei unterscheidet man zwischen Kunstoff-Inlay, Gold-Inlay und Keramik-Inlay.

Ist Karies auch ohne zu bohren heilbar?
Ja, allerdings nur in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung. Karies im Frühstadium zeigt sich als weißlicher Fleck (Kreidefleck) auf dem Zahnschmelz. Die Schmelzoberfläche ist in diesem Stadium noch intakt. Mit verbesserter Mundhygiene und Fluoridzufuhr – also regelmäßigem Putzen mit einer fluoridierten Zahnpasta – können diese entkalkten Stellen wieder mineralisiert, also geheilt, werden. Bleibt die Mundhygiene unzureichend, wird die Zahnschmelzoberfläche zerstört. In diesem Fall ist eine Füllung erforderlich.

Wie wird Karies festgestellt. Muss man röntgen?
Oftmals muss ein Röntgenbild angefertigt werden, um versteckten Karies in den Zahnzwischenräumen entdecken zu können. In der Regel reicht aber die Inspektion mit Spiegel und Sonde aus.

Ab wann darf ich nach einer Füllung wieder essen?
Bei Amalgam frühestens nach zwei Stunden. Bei Zementen ca. 1 Stunde und bei Kunststoffen und Keramik reicht eine Wartezeit von einer halben Stunde.

 (red)

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