03/09/2021 | Nachrichten | Referat Freie Berufe und Europa

Nach Brexit: Ende der automatischen Anerkennung

Ende 2020 konnte nach schwierigen Verhandlungen ein neues Partnerschaftsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU abgeschlossen werden. Großer Streitpunkt war die Frage, ob und in welchem Umfang Großbritannien freien Zugang zum EU-Binnenmarkt erhält. Die EU widersetzte sich im Ergebnis entsprechenden Forderungen der britischen Regierung. Mit dem Partnerschaftsabkommen scheidet das Land aus dem EU-Binnenmarkt und aus den internationalen Übereinkünften der EU aus. Durch das Abkommen ist jedoch ein freier Warenhandel ohne Zölle oder Quoten zwischen der Insel und dem Festland möglich.

Mit dem Partnerschaftsabkommen endet das bisherige System der automatischen Anerkennung von Berufsabschlüssen, das sich auch auf zahnmedizinische Abschlüsse erstreckt hatte. Alle neuen Anträge auf Anerkennung unterliegen den Anerkennungsverfahren für Drittstaatsangehörige, sowohl im Vereinigten Königreich als auch in der EU. Damit verbunden sind ein erhöhter zeitlicher und bürokratischer Aufwand für neue Antragsstellungen.

Im Abkommen wurde musterhaft festgehalten, wie eine gegenseitige vereinfachte Anerkennung von Berufsabschlüssen gestaltet sein könnte, sollte dies für spezielle Berufsgruppen, etwa für Heilberufe, gewünscht sein. Berufsorganisationen und Behörden können ein Verfahren entwickeln, wenn dies im beiderseitigen wirtschaftlichen Interesse liegt. Die Verhandlungen können allerdings nur bilateral zwischen Großbritannien und einzelnen EU-Mitgliedsstaaten erfolgen. Eine Gesamtlösung war von britischer Seite nicht gewünscht.


Quelle: BZB 3/2021, S. 28

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