05/06/2020 | Nachrichten | Referat Freie Berufe und Europa

Corona-Folgen: Zahnärzte am stärksten betroffen

Online-Umfrage der Deutschen Apotheker- und Ärztebank

Welches sind die drängendsten Sorgen von Humanärzten, Zahnärzten und Apothekern während der Corona-Pandemie? Dieser Frage ist die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) im April 2020 anhand einer Online-Umfrage nachgegangen. Teilgenommen haben 521 Heilberufler, darunter 91 Zahnärzte.

„Demnach fürchten die befragten Heilberufler weniger um die Gesundheit als um die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft und das Arbeitsleben“, resümiert Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der apoBank. Mit 84 Prozent schätzen Zahnärzte die Auswirkungen der Corona-Pandemie für ihre Berufsgruppe mit Abstand am höchsten ein. Gleichzeitig fühlen sie sich mit 62 Prozent im Vergleich am schlechtesten informiert.

Mehr Arbeitsaufwand trotz weniger Patienten?

Einen Rückgang der Patienten verzeichnen 58 Prozent der befragten Heilberufler. Am stärksten treffen die Folgen der Pandemie die Zahnärzte: Von ihnen meldeten 89 Prozent einen Patientenrückgang. Sinkende Patientenzahlen gehen mit sinkenden Umsätzen einher, so geben etwa 60 Prozent aller Befragten Umsatzeinbrüche an – bei den Zahnärzten sind es sogar 88 Prozent.

Doch weniger Patienten bedeuten nicht zwangsläufig weniger Arbeit. Für 44 Prozent der Heilberufler ist das Gegenteil der Fall: Sie geben ein gestiegenes Arbeitsaufkommen an. Dies trifft besonders auf Apotheken zu – in diesem Bereich melden 70 Prozent ein höheres Arbeitspensum. Bei 68 Prozent der Zahnärzte ist der Workload gesunken, bei elf Prozent gestiegen.

Maßnahmen zur Sicherstellung der Liquidität

Auf das rückläufige Patientenaufkommen und die damit verbundenen Umsatzeinbrüche haben 27 Prozent der befragten Heilberufler mit dem Beantragen von Kurzarbeit reagiert, bei den Zahnärzten sind es 70 Prozent.  Außerdem hat ein Fünftel der Zahnärzte staatliche Unterstützung  beantragt. Mehr als jeder zehnte Zahnarzt hat bereits die Praxis vorübergehend schließen müssen.

Das Entlassen von Personal oder die Schließung der Praxis oder Apotheke ziehen hingegen jeweils 74 Prozent der Befragten gar nicht in Betracht. Um den Betrieb aufrecht zu erhalten, sind 46 Prozent der Heilberufler bereit, Eigenmittel einzusetzen.

Materialengpässe als eine der größten Sorgen

84 Prozent der befragten selbständigen Heilberufler machen sich Sorgen, wie sie in den nächsten Wochen Waren und Verbrauchsmaterialien beschaffen sollen. Ein weitere Schmerzpunkt ist die Personalplanung: Zwei Drittel glauben, dass sie sich in naher Zukunft auf Ausfälle gefasst machen müssen.

Auch die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sehen fast 62 Prozent der befragten Heilberufler innerhalb der nächsten Wochen als problematisch an. Dazu zählen beispielsweise verstärkte Hygienevorschriften, Abstands- und Zugriffsbeschränkungen oder Limitierungen der Ausgabe von Arzneimitteln.

Quelle: https://newsroom.apobank.de/pressreleases/apobank-umfrage-heilberufler-in-zeiten-der-corona-krise-2995386

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