10/26/2023 | Nachrichten | Freie Berufe und Europa

Cyberbedrohung im Gesundheitswesen: EU-Agentur stellt Zahlen vor

Die Agentur für Cybersicherheit (ENISA) hat erstmals eine Analyse der Cyberbedrohungen für den Gesundheitssektor in der EU veröffentlicht, bei der Vorfälle aus den vergangenen zwei Jahren untersucht und die zentralen Bedrohungen, Akteure und Auswirkungen herausgearbeitet wurden.

Nach ENISA-Erkenntnissen betreffen sieben Prozent der beobachteten Cybervorfälle Gesundheitseinrichtungen. Von den Vorfällen mit erheblichen Auswirkungen ereigneten sich über ein Drittel im Gesundheitswesen. Insbesondere Krankenhäuser waren betroffen. Entsprechend habe die Schadenssumme im Gesundheitssektor ein Zwölf-Jahres-Hoch erreicht. Bei mehr als der Hälfte der Vorfälle handelte es sich um Ransomware-Attacken, dicht gefolgt von datenbezogenen Erpressungsversuchen. Dabei seien finanzielle Interessen in der Mehrzahl der Fälle das Tatmotiv gewesen. Bedenklich ist, dass laut ENISA lediglich ein knappes Drittel der befragten Organisationen im Gesundheitswesen über spezielle Programme zur Abwehr von Ransomware verfügt. 40 Prozent der befragten medizinischen Einrichtungen hätten keine Vorkehrungen zur Sensibilisierung für IT-Sicherheitsfragen getroffen oder noch nie Risikoanalysen durchgeführt.


Quelle: BZB 10/2023, S. 29

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