Quarantäne und Entschädigung

Quarantäne in der Zahnarztpraxis

Wird ein Patient oder eine andere Kontaktperson in der Praxis (z.B. Praxisinhaber, Mitarbeiter) positiv auf den SARS-CoV 2 Erreger getestet, legen die Gesundheitsämter die weiteren Maßnahmen fest. Dazu gehört auch die Entscheidung darüber, ob und gegebenenfalls für welche Personen eine behördliche Quarantäne angeordnet wird. Eine Quarantäne wird in der Regel ausgesprochen, wenn in den letzten 14 Tagen ein enger Kontakt zu einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person bestand.

RKI-Definition der Kontaktperson

Im Rahmen der zahnärztlichen Behandlung ist es für die Frage der Kategorisierung der Kontaktpersonen entscheidend, ob die Persönliche Schutzausrüstung korrekt getragen wurde.

Nach der Leitlinie der Arbeitgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) "Umgang mit zahnmedizinischen Patienten bei Belastung mit Aerosol-übertragbaren Erregern" erscheint das Tragen von Mund-Nasen-Schutz, der Schutzbrille/Visier und Handschuhe ausreichend, um eine Infektion unwahrscheinlich zu machen, wenn zusätzlich auf die Einhaltung der AHA-Regeln geachtet, mit einer Mundspüllösung gespült und hochvolumige Absagung vorgenommen wurde.

Leitlinie: Umgang mit zahnmedizinischen Patienten bei Belastung mit Aerosol-übertragbaren Erregern

Nach aktuellem Informationsstand sehen in Bayern einige Gesundheitsämter von der Verhängung einer Quarantäne für Zahnarzt und/oder Personal in der Zahnarztpraxis ab, wenn bei der Behandlung FFP2/FFP3 Masken getragen wurden. Vereinzelt werden sogar Schutzbrille mit Seitenschutz/Schutzvisiere, langärmeliger flüssigkeitsdichter Schutzkittel und Kopfhaube verlangt.

Die vorstehende Informationen sollen dem Praxisinhaber dabei helfen, die aktuelle Situation besser einzuordnen. Die Entscheidung über Art und Umfang der zu tragenden Schutzausrüstung muss der Praxisinhaber letztlich in eigener Verantwortung treffen.

Bundeszahnärztekammer zum Thema "Quarantäne in der Zahnarztpraxis"

Entschädigung bei Praxisschließung

Kann der Praxisbetrieb aufgrund einer behördlich untersagten Tätigkeit oder behördlichen Anordnung von Quarantäne aus infektionsschutzrechtlichen Gründen nicht fortgeführt werden, entstehen dem Praxisinhaber grundsätzlich Entschädigungsansprüche nach § 56 Infektionsschutzgesetz (IFSG).

Lohnfortzahlung arbeitsfähiger Mitarbeiter

Der Arbeitgeber bezahlt weiterhin das Entgelt an seine Mitarbeiter und kann einen Erstattungsanspruch gegenüber der zuständigen Behörde geltend machen.
Um diesen Anspruch geltend machen zu können, muss ein Antrag innerhalb von 3 Monaten nach Einstellung der verbotenen Tätigkeit oder dem Ende der Quarantäne gestellt werden. Auf Antrag hat die zuständige Behörde dem Arbeitgeber einen Vorschuss zu gewähren.

Regierung des jeweiligen Bezirks

Entschädigung des arbeitsfähigen Praxisinhabers

Der Praxisinhaber kann eine Entschädigung für seinen Verdienstausfall verlangen. Bei einer Existenzgefährdung können entstehende Mehraufwendungen auf Antrag in angemessenem Umfang von der zuständigen Behörde erstattet werden. Auf Antrag erhalten Praxisinhaber von der zuständigen Behörde Ersatz der in dieser Zeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang.

Regierung des jeweiligen Bezirks

Zusätzliche Informationen entnehmen Sie dem Infoblatt der Kassenärztlichen Bundesvereinigung „Coronavirus: Anspruch auf Entschädigung bei untersagter Tätigkeit oder Quarantäne – Hinweise und zuständige Behörden” (PDF | 380 KB). Die dort zusammengefassten Informationen zur Entschädigung bei der Schließung von Praxen aus infektionsrechtlichen Gründen gelten auch für Zahnärzte und Praxisteams.

Beantragung einer Entschädigung bei Tätigkeitsverbot

 

Stand: 15.04.2021

Kontakt

Bei Fragen zum Umgang in der Praxis mit dem Coronavirus

Tel.: 089 230211-340/-342
Fax: 089 230211-341/-343

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