Coronatest

I. Testangebot im Rahmen betrieblicher Hygienekonzepte

Nach der Neufassung der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) vom 26. September 2022 sind alle Arbeitgeber und damit auch Praxisinhaber vom 1. Oktober 2022 bis zum 7. April 2023 unter anderem zur Erstellung eines betrieblichen Hygienekonzepts (§ 2 Corona-ArbSchV) verpflichtet. Auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung sind hierin die erforderlichen Schutzmaßnahmen zum betrieblichen Infektionsschutz festzulegen und umzusetzen. Hierbei sind insbesondere auch regelmäßig kostenfreie Testangebote für alle in Präsenz Beschäftigten zu prüfen.

In Betracht kommen wie bisher PCR-Tests oder Antigen-Schnelltests zur professionellen beziehungsweise zur Selbstanwendung, die aufgrund ihrer CE-Kennzeichnung oder einer gemäß § 11 Absatz 1 des Medizinproduktegesetzes erteilten Sonderzulassung in Verkehr gebracht worden sind. Die Kosten für die Beschaffung der Tests tragen wie bisher die Arbeitgeber.

Weitere Einzelheiten finden Sie auf den Websites des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BWG).


II. Coronatestung nach der Coronavirus-Testverordnung (TestV)

Anspruch auf Testung

Die „Verordnung zum Anspruch auf Testung in Bezug auf einen direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2" (TestV), zuletzt geändert durch Verordnung vom 24. November 2022, sieht noch bis einschließlich 28. Februar 2023 in den folgenden Konstellationen eine Testung von asymptomatischen Personen auf einen Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2 vor:

  1. Infizierte Personen, Kontaktpersonen und Personen mit Voraufenthalt in Virusvariantengebiet
  2. Personen nach Auftreten von Infektionen in der Zahnarztpraxis
  3. Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2
  4. Bürgertestung
  5. Bestätigende Diagnostik-Testung

Der Anspruch gilt unabhängig vom Versichertenstatus der Person und umfasst:

  • das Gespräch mit der zu testenden Person im Zusammenhang mit der Testung,
  • die Entnahme von Körpermaterial,
  • die Diagnostik,
  • die Ergebnismitteilung,
  • die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 einschließlich der Erstellung eines COVID-19-Genesenenzertifikats im Sinne des § 22a Absatz 6 IfSG oder eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22a Absatz 7 IfSG.

Zur Diagnostik können sowohl eine Diagnostik mittels Nukleinsäurenachweis, als auch eine Diagnostik durch Antigen-Test gehören. Zur Diagnostik durch Antigen-Test gehören:

  • eine Labordiagnostik mittels Antigen-Test,
  • ein Antigen-Test zur patientennahen Anwendung durch Dritte (PoC-Antigen-Test) oder
  • ein Antigen-Test zur Eigenanwendung, dessen Durchführung von einem nach der TestV berechtigten Leistungserbringer vor Ort überwacht wird (überwachter Antigen-Test zur Eigenanwendung).

Personen, die Symptome einer SARS-Cov-2-Infektion zeigen, werden auch weiterhin regelmäßig auf das Vorliegen einer Infektion mit dem Virus im Rahmen der ärztlichen, nicht aber der zahnärztlichen Versorgung getestet. Die Testung von symptomatischen Personen ist ausschließlich der ärztlichen Heilkunde zuzuordnen.

Zahnarztpraxen, die PoC-Antigen-Tests professionell durchführen oder Antigen-Tests zur Eigenanwendung überwachen wollen, sind nach § 8 Absatz 1 Nummer 1 IfSG gegenüber der jeweils zuständigen Behörde zur Meldung gemäß den Vorgaben von § 9 IfSG verpflichtet.

1. Infizierte Personen, Kontaktpersonen und Personen mit Voraufenthalt in Virusvariantengebiet

  1. Personen, bei denen in den letzten 14 Tagen eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen worden ist
  2. Asymptomatische Kontaktpersonen nach § 2 Abs.2 TestV, die in den letzten 14 Tagen im direkten Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person stand

    (bei a. und b. jeweils Feststellung durch einen behandelnden Arzt, von Einrichtungen oder Unternehmen nach § 3 Abs. 2 TestV (z.B. Zahnarztpraxen) oder vom öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD))
     
  3. Personen, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland in einem als Virusvariantengebiet im Sinne von § 2 Nummer 3a der Coronavirus-Einreiseverordnung eingestuften Gebiet aufgehalten haben (Feststellung durch den ÖGD)
    Der Anspruch besteht bis zu 14 Tage nach Einreise in die Bundesrepublik Deutschland.

= > PCR-Test, Antigen-Test

Die Testung kann für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.

2. Auftreten von Infektionen in der Zahnarztpraxis

Infektion innerhalb der letzten 14 Tage bei Mitarbeitern oder Patienten der Zahnarztpraxis.

= > PCR-Test, Antigen-Test

Die Testung kann für jeden Einzelfall einmal pro Person wiederholt werden.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.

3. Verhütung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2

Testung des Praxisinhabers und der Mitarbeiter (eigenes Personal) im Rahmen des Praxis-Testkonzeptes.

= > Antigen-Test oder Antigen-Test zur Eigenanwendung ohne Überwachung

Bei einem Antigen-Test zur Eigenanwendung ohne Überwachung darf kein COVID-19-Testzertifikat ausgestellt werden.

Der Praxisinhaber ist berechtigt, bis zu zehn PoC-Antigen-Tests oder Antigen-Tests zur Eigenanwendung pro Monat und tätiger Person in eigener Verantwortung zu beschaffen und zu nutzen.

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren. Zahnärzte können Antigentests beim eigenen Personal durchführen.

4. Bürgertestung

Folgende asymptomatische Personen können sich derzeit noch kostenlos testen lassen:

  1. Personen nach § 4 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 und 4 TestV (Besucher/Behandelte/Bewohner unter anderem in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen),
  2. Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines Persönlichen Budgets nach § 29 SGB XI Personen beschäftigen, sowie Personen, die bei Leistungsberechtigten im Rahmen eines Persönlichen Budgets beschäftigt sind,
  3. Pflegepersonen im Sinne des § 19 Satz 1 SGB XI (pflegende Angehörige) und
  4. Personen, die sich zum Zeitpunkt der Testung aufgrund einer nachgewiesenen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Absonderung befinden, wenn die Testung zur Beendigung der Absonderung erforderlich ist.

Die weiteren bisherigen Fallgruppen der kostenlosen Bürgertestung und die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer Bürgertestung gegen Kostenbeteiligung von 3 Euro sind mit Inkrafttreten der Änderung der TestV am 25. November 2022 entfallen.

= > Antigen-Test zur patientennahen Anwendung durch Dritte (PoC-Antigen-Test)

Diese Testungen können im Rahmen der Verfügbarkeit von Testkapazitäten mindestens einmal pro Woche in Anspruch genommen werden.

Der Anspruch auf Bürgertestung besteht nur, wenn gegenüber dem Leistungserbringer folgende Nachweise vorgelegt wurden:

  • Amtlicher Lichtbildausweis zum Nachweis der Identität der getesteten Person
  • Nachweis, dass die zu testende Person aus einem der oben genannten Gründe einen Anspruch auf eine Testung hat

Durchführung durch: Testzentren des ÖGD, durch diese beauftragte Dritte, Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, Rettungs- und Hilfsorganisationen und die von den Kassenärztlichen Vereinigungen betriebenen Testzentren.

Einzelheiten zu den Bürgertests (unter anderem zu den erforderlichen Nachweisen) können Sie den FAQ des Bundesministeriums für Gesundheit entnehmen.


Abrechnung

Die Abrechnung erfolgt weiterhin über die Kassenärztliche Vereinigung. Zahnarztpraxen rechnen die Sachkosten unter Angabe ihres bundeseinheitlichen Kennzeichens nach § 293 Abs.1 SGB V, soweit vergeben, ab.

Zahnarztpraxen erhalten im Falle der Testung des Praxispersonals für selbst beschaffte PoC-Antigen-Tests und Antigen-Tests zur Eigenanwendung ab 1. Dezember pauschal 2 Euro je Test (zuvor 2,50 Euro). Bei Bürgertestungen (PoC-Antigen-Test) wird ab 1. Dezember ebenfalls eine Pauschale von 2 Euro pro Test erstattet (zuvor 2,50 Euro).

Die an die zur Leistungserbringung berechtigte Zahnarztpraxis zu zahlende Vergütung für das Gespräch, die Entnahme von Körpermaterial, die PoC-Diagnostik, die Ergebnismitteilung, die Ausstellung eines Zeugnisses über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 einschließlich der Erstellung eines COVID-19-Testzertifikats im Sinne des § 22a Absatz 7 IfSG beträgt ab 1. Dezember je Testung 6 Euro (zuvor 7 Euro).

Bei Fragen zur Abrechnung (z.B. Abrechnungsfristen, Dokumentationspflichten) wenden Sie sich bitte an die hierfür auch für Nicht-KVB-Mitglieder zuständige KVB.

Weiterhin ist es Zahnärzten auch außerhalb des Anwendungsbereichs der Coronavirus-Testverordnung möglich, Antigen-Schnelltests für Patienten entweder auf eigene Kosten oder auf Basis von Selbstzahlung anzubieten und anzuwenden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass eine zahnärztliche Behandlung grundsätzlich nicht von einer vorherigen Testung abhängig gemacht werden kann.

Empfehlenswert ist eine vorgehende Rücksprache mit einem Steuerberater wegen möglicher Gewerbesteuerpflichtigkeit. Ebenso wie eine Rücksprache mit der Berufshaftpflichtversicherung zum Versicherungsschutz bezüglich Testungen.

Umfassende Informationen rund um das Thema COVID-19-Tests finden Sie zudem beim Bundesministerium für Gesundheit.
 

Stand: 28.11.2022

Kontakt

Bei Fragen zum Umgang in der Praxis mit dem Coronavirus

Tel.: 089 230211-340/-342
Fax: 089 230211-341/-343

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