Probezeitgespräch

Bevor die Probezeit der Auszubildenden endet

Bei Ausbildungsverträgen, die zum 1. September geschlossen wurden, endet die Probezeit spätestens am 31. Dezember. Die Probezeit muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen (§ 20 Berufsbildungsgesetz) und ermöglicht beiden Vertragspartnern, den Ausbildungsvertrag schnell und einfach auch ohne besondere Begründung zu lösen. Führen Sie so bald wie möglich – spätestens in der ersten Dezemberhälfte – ein Gespräch zur Probezeit mit dem Auszubildenden.

Nach der Probezeit ist ein Berufsausbildungsverhältnis als ein besonders geschütztes Vertragsverhältnis in der Regel nur sehr eingeschränkt kündbar. Das Gespräch zur Probezeit sollte im Voraus terminiert werden, damit sich beide Seiten darauf einstellen können. Es sollte in einem separaten Raum und nicht zwischen Tür und Angel stattfinden.

Auszubildende sind nicht von Anfang an perfekt

Machen Sie sich als Ausbildender vor dem Gespräch die Situation des Auszubildenden bewusst: Der Übergang von der Schule in die Berufsausbildung ist für viele Jugendliche eine besondere Herausforderung: die berufliche Tätigkeit, die Arbeit in einem Praxisteam ebenso wie ein Acht-Stunden-Tag.

Die Jugendlichen benötigen in der Berufsausbildung mehr Orientierung und Unterstützung. Sie befinden sich in einem fortwährenden Lernprozess, in dem Fehler passieren und korrigiert werden können. Die starke Bindung der Vertragspartner an das Berufsausbildungsverhältnis nach der Probezeit soll diesem besonderen Bedarf der Auszubildenden Rechnung tragen.

Herausforderungen für den Auszubildenden

Lassen Sie den Auszubildenden sich gegen Ende der Probezeit folgende Fragen stellen:

  • Gefallen mir die Tätigkeiten, die ich als ZFA habe? Bin ich bereit, die täglichen Anforderungen zu erfüllen?
  • Kann ich vorausschauend bei der Behandlungsassistenz mitarbeiten? Kann ich mit Blut und Speichel der Patienten umgehen?
  • Kann ich die hygienischen Vorschriften genau und fortwährend einhalten und in Stresssituationen den Überblick behalten?
  • Liegt mir der Umgang mit den Patienten?
  • Kann ich mich in ein kleines Team integrieren?
  • Kann ich mir vorstellen, den Beruf ZFA für eine längere Zeit auszuüben?
  • War die Ausbildung zur ZFA die richtige Berufswahl für mich?

Entscheidungshilfen für den Ausbilder

Für die Entscheidung des Ausbilders können folgende Kriterien geprüft werden:

  • Wie team- und kritikfähig ist der Auszubildende?
  • Wie ist das Kommunikationsverhalten, die Sozialkompetenz und die Empathie im Umgang mit den Patienten?
  • Wie viele Fehlzeiten hat der Auszubildende, ist er pünktlich und zeigt Einsatzbereitschaft?
  • Wie leistungsbereit, motiviert und belastbar ist der Auszubildende? Wie verhält er sich bei Stress, wie ist seine Arbeitsweise generell?
  • Liegt das Interesse an geforderten Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Erreichen des Ausbildungszieles vor?

Im Vordergrund der Bewertung steht grundsätzlich die persönliche Eignung des Auszubildenden. Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten können und sollen bei entsprechender Lernbereitschaft mit Unterstützung des Praxisteams im Laufe der drei Ausbildungsjahre vermittelt werden.

Nach allgemeiner Rechtsprechung kann die Probezeit im Ausbildungsvertrag nur verlängert werden, wenn diese um mehr als ein Drittel unterbrochen wird. Im Musterausbildungsvertrag der BLZK heißt es dazu: Wird die Ausbildung während der Probezeit um mehr als sechs Wochen unterbrochen, so verlängert sie sich ohne weitere Vereinbarung um diese Zeit. Außer diesem Grund gibt es keine Möglichkeit, die Probezeit im Ausbildungsverhältnis zu verlängern. Eine Verlängerung im gegenseitigen Einvernehmen ist unwirksam.

VOILA_REP_ID=C1257C99:002F5EB3