12/16/2019 | Nachrichten | Referat Praxisfuehrung und Medizinprodukte

Das ABC der Händehygiene

Worauf Zahnärzte und Praxismitarbeiter achten sollten

In medizinischen Berufen gelten die Hände als Hauptüberträger von Keimen. Bei jedem Kontakt werden Mikroorganismen auf die Haut, Schleimhäute oder Gegenstände wie zum Beispiel Türgriffe oder Telefonhörer übertragen. Um eine Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden, ist eine konsequente Händehygiene einzuhalten. Gleichzeitig sind jedoch Hygienemaßnahmen wie das ständige Tragen von Schutzhandschuhen und (zu) häufiges Waschen belastend für die Haut. Deshalb sollte der Händehygiene besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Fingernägel und Schmuck

Unabdingbar für eine erfolgreiche Händehygiene sind kurze Fingernägel und ein sorgfältig manikürtes Nagelbett. Schmuck an Händen und Unterarmen darf nicht getragen werden. Ebenfalls nicht gestattet sind Nagellack und künstliche Fingernägel bei Behandlungen, die eine Händedesinfektion erfordern. Die Bakteriendichte auf künstlichen Fingernägeln ist nachweislich höher als auf natürlichen. Durch lange Finger nägel besteht zusätzlich die Gefahr der Perforation der Handschuhe während des Tragens. Deshalb müssen die Fingernägel so weit gekürzt werden, dass sie die Fingerkuppe nicht überragen.

Ausstattung der Handwaschplätze

Handwaschplätze müssen in Räumen vorhanden sein, in denen diagnostische oder
invasive Maßnahmen stattfinden, also im Behandlungszimmer. Zur Ausstattung gehört ein Zulauf für warmes und kaltes Wasser. Außerdem sind wandmontierte Spender für Handwaschpräparate und Händedesinfektionsmittel anzubringen, die ohne Handkontakt bedient werden können. Die Trocknung der Hände erfolgt mit Einmalhandtüchern. Die Praxis sollte darauf achten, dass der Wasserstrahl nicht direkt auf den Abfluss gerichtet ist, um die Entstehung erregerhaltigen Aerosols aus dem Siphon zu minimieren.

Handreinigung

Das Waschen der Hände sollte auf ein Minimum reduziert werden. Grundsätzlich erfolgt die Reinigung

  • vor Arbeitsbeginn
  • bei Verschmutzung der Hände
  • nach der Toilettenbenutzung
  • vor und nach dem Essen

Für die Reinigung der Hände eignet sich ein Flüssigpräparat, möglichst ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Zwischen zwei Patienten und dem Wechsel der Handschuhe ist es ausreichend, die Hände zu desinfizieren. Eine Handwaschung ist nicht erforderlich.

Handpflege

Hautkrankheiten sind die häufigsten Berufskrankheiten bei Erwerbstätigen. Oft hängt dies mit zu häufigem Händewaschen zusammen. Denn dadurch wird die Haut immer auch entfettet. Gesunde Hände sind Voraussetzung für eine wirksame Händedesinfektion, da bereits durch kleinste Verletzungen oder Risse Krankheitserreger in die Haut eindringen können. Deshalb sollten Praxismitarbeiter der Hautpflege besondere Aufmerksamkeit schenken. Die Pflege erfolgt vor und während der Arbeit sowie gegebenenfalls nach Pausen. Wegen des Risikos einer Sensibilisierung sollten Pflegeprodukte ohne Duft- und Konservierungsstoffe bereitgestellt werden.

Tragen von Einmalhandschuhen

Medizinische Einmalhandschuhe werden zum Schutz des Trägers vor Kontaminationen getragen. Die Kontamination der Hände erfolgt in der Zahnarztpraxis in den häufigsten Fällen im Rahmen der Patientenbehandlung durch Sekrete wie Blut oder Speichel. Sobald also eine potenzielle Infektionsgefährdung besteht, müssen Einmalhandschuhe getragen werden.

Das Übertragen von Keimen vom einen auf den nächsten Patienten gilt es unbedingt zu vermeiden. Deshalb werden die Handschuhe konsequent nach jeder Patientenbehandlung abgelegt und eine Händedesinfektion durchgeführt. Die Begrüßung neuer Patienten oder sonstiger Praxisbesucher ohne Handschuhe sollte selbstverständlich sein. Auch bei Behandlungsunterbrechungen sind die Handschuhe abzulegen und die Hände zu desinfizieren. Sofern die Behandlung nach der Unterbrechung am selben Patienten erfolgt, können die Handschuhe weiter getragen werden. Bevor sie erneut angelegt werden, ist allerdings eine Händedes infektion erforderlich. Nach der Patientenbehandlung werden Einmalhandschuhe entsorgt. Perforierte Handschuhe müssen sofort gewechselt werden.

Es empfiehlt sich, möglichst vor der Behandlung alle benötigten Instrumente vorzubereiten, um die Berührung von Schubladengriffen oder Türen von Hängeschränken mit kontaminierten Handschuhen zu verhindern. Falls sich dies im Einzelfall nicht vermeiden lässt, sollte man nach jeder Behandlung die potenziell kontaminierten Oberflächen unverzüglich desinfizieren.


Quelle: BZB 12/2019, S. 26-27

Häufig gestellte Fragen

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Praxisbegehung – auf einen Blick

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