02/23/2022 | Nachrichten | Zahnaerztliches Personal

Der Weg zu mehr Verantwortung

Zahlen und Fakten zu Aufstiegsfortbildungen für ZFA

Fortbildungsangebote für Zahnmedizinische Fachangestellte gibt es viele. Private Anbieter, die Zahnärztlichen Bezirksverbände (ZBV) und die eazf als Fortbildungsakademie der BLZK erweitern ständig ihre Angebote, um den Interessen des zahnärztlichen Personals und der Zahnarztpraxen gerecht zu werden. Die wesentlichen Faktoren für den Erfolg sind aber eine starke Motivation und die persönliche Reife der Teilnehmer.

Was erwarten ZFA von der Teilnahme an Aufstiegsfortbildungen? Kann die Schulung Grundkenntnisse im neuen Arbeitsbereich vermitteln? Ist sie eine Chance, schnell ein höheres Gehalt zu bekommen? Wurden die Fortbildungen während der Corona-Pandemie wegen der Online-Seminare genutzt? Dient die Fortbildung nur dem Zweck, die Praxis wechseln zu können?

Das Interesse ist nach wie vor groß

Die Zahl der Anmeldungen zu den Fortbildungsprüfungen ZMP, ZMV und DH sind über die letzten Jahre gleichbleibend hoch (Abb. 1). Trotz der steigenden Zahl an Fortbildungsanbietern haben sich die Teilnehmerzahlen im Durchschnitt kaum verändert. Selbst während der Pandemie war kein Rückgang der Prüfungsteilnehmer zu verzeichnen. Durch die befristete Zulassung von Online-Kursen konnten weiterhin viele Fortbildungen angeboten werden.

 

Abb. 1: Prüfungsteilnehmer der Aufstiegsfortbildungen 2016 bis 2021
Abb. 1: Prüfungsteilnehmer der Aufstiegsfortbildungen 2016 bis 2021

 

Persönliche Voraussetzungen prüfen

Ein umfangreiches Grundwissen ist die absolute Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an einer Aufstiegsfortbildung. Das trifft besonders auf die zum Teil online durchgeführten Kurse während der Corona-Pandemie zu. Die Aufstiegsfortbildungen sind geeignet für jede ZFA, die bereits vor Beginn der Fortbildung engagiert, systematisch und bereichsübergreifend die Zusammenhänge in der Zahnarztpraxis durchdringt. Durch die weiterführende Qualifizierung wird sie zur Führungspersönlichkeit in einer Zahnarztpraxis. Die einjährige Berufserfahrung ist deshalb für die Vorbereitung auf eine Aufstiegsfortbildung wichtig und zwingend nötig, um in dieser Zeit eine berufliche und persönliche Reife zu entwickeln.

Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht!

Bei den Fortbildungsprüfungen zeigte sich, dass die Erfolgsquote in den letzten Jahren sinkt, besonders in Zeiten der Corona-Pandemie (Abb. 2). Wo genau die Gründe für diese Entwicklung liegen, ist noch unklar. Liegt es an der Art der Kommunikation zwischen den Kursteilnehmern und den Referenten in Online-Veranstaltungen? Fehlt bei den Teilnehmern die Fähigkeit, Zusammenhänge bereichsübergreifend zu erfassen? Gerade das macht qualifiziertes und motiviertes Personal aus. Die Erfolgsquote bei DH und ZMV liegt derzeit nur bei rund 75 Prozent – eine Garantie auf Bestehen gibt es für keine der angebotenen Aufstiegsfortbildungen.

Abb. 2: Erfolgreich abgeschlossene Prüfungen in Prozent, Aufstiegsfortbildungen 2016 bis 2021
Abb. 2: Erfolgreich abgeschlossene Prüfungen in Prozent, Aufstiegsfortbildungen 2016 bis 2021

 

Anfragen von Teilnehmern zeigen, dass bei der Vorbereitung auf die Prüfung häufig nur veröffentlichte Muster-Prüfungsfragen auswendig gelernt werden. Das eigenständige Lernen wird dagegen vernachlässigt. Das Ziel aller Fortbildungsanbieter ist es jedoch, strukturiertes Wissen zu vermitteln. Moderne Unterrichtsmethoden setzen heute ein erhöhtes Maß an Engagement und Eigenverantwortung der Teilnehmer voraus. Es liegt an Jedem selbst, mit der entsprechenden beruflichen Reife diese Angebote anzunehmen.

Wir raten jeder ZFA:

Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arbeitgeber über Ihre berufliche Fort- und Weiterbildung. Bereiten Sie sich während Ihrer mindestens einjährigen Berufserfahrung als ZFA gezielt auf die Teilnahme an einer Aufstiegsfortbildung vor.

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