05/05/2020 | Nachrichten | BLZK Coronavirus

Extravergütung für Schutzausrüstung

GOZ-Beratungsforum einigt sich auf Corona-Hygiene-Pauschale

Die Corona-Pandemie stellt Zahnarztpraxen vor immense Herausforderungen – gerade bei der Beschaffung von Schutzmaterial. Um schnell und unbürokratisch zu helfen, haben die Bundeszahnärztekammer und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) jetzt eine pragmatische Lösung für die Übernahme der damit verbundenen Mehrkosten gefunden. Der Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Christian Berger, wertet diesen Verhandlungserfolg als „Hoffnungsschimmer in Krisenzeiten“.

Die Bundesorganisation einigte sich mit dem PKV-Verband auf eine Corona-Hygiene-Pauschale von 14,23 Euro pro Sitzung. Die Pauschale wird bei jeder Behandlung fällig, um den coronabedingten Mehraufwand für Zahnärzte auszugleichen. Im gemeinsamen Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen vereinbarten BZÄK und PKV-Verband mit Vertretern der Beihilfe eine schnelle und unbürokratische Hilfe. Die Verantwortlichen beider Organisationen sprachen von einem „starken Signal aller Beteiligten, dass der private Sektor gemeinsam und konstruktiv Lösungen findet, um die privatzahnärztliche Versorgung zu sichern“.

Verhandlungen auch mit GKV

Gleichzeitig kündigte die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns weitere Gespräche mit den Krankenkassen in Bayern an, damit Zahnärzte auch für die Behandlung von gesetzlich versicherten Patienten die notwendige Schutzausrüstung erstattet bekommen. Mit Vertretern der Krankenkassen sei man bereits seit Beginn der Corona-Krise im Gespräch, sagte Christian Berger, der auch Vorsitzender des Vorstands der KZVB ist.

Rechtssicherheit schaffen

Das Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen wurde 2013 von der BZÄK, dem PKV-Verband und den Beihilfestellen von Bund und Ländern gegründet, um gemeinsam Rechtsunsicherheiten nach der Novellierung der GOZ zu beseitigen. Das Gremium hat die Aufgabe, grundsätzliche Auslegungsfragen der GOZ, Fragen der privatzahnärztlichen Qualitätssicherung sowie Fragen des Inhalts und der Abgrenzung privatzahnärztlicher Leistungen zu diskutieren und möglichst einvernehmlich zu beantworten.


Beschluss Nr. 34 des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen

Zur Abgeltung der aufgrund der Covid-19-Pandemie deutlich erhöhten Kosten für Schutzkleidung etc. haben die BZÄK und die PKV vereinbart, dass in solchen Fällen der Zahnarzt die Geb.-Nr. 3010 GOZ analog zum 2,3-fachen Satz, je Sitzung, zum Ansatz bringen kann. Auf der Rechnung ist die Geb.-Nr. mit der Erläuterung ,3010 analog – erhöhter Hygieneaufwand‘ zu versehen. Dem entsprechend kann ein erhöhter Hygieneaufwand dann jedoch nicht gleichzeitig ein Kriterium bei der Faktorsteigerung nach § 5 Abs. 2 darstellen. Dieser Beschluss tritt am 8. April 2020 in Kraft und gilt zunächst befristet bis zum 31. Juli 2020. Er erfasst alle in diesem Zeitraum durchgeführten Behandlungen mit erhöhtem Hygieneaufwand.

Coronavirus|Covid-19

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