10/16/2020 | Nachrichten | Coronavirus

Hygienepauschale – Beschluss Nr. 36 des Beratungsforums für Gebührenordnungsfragen

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat am 30. September 2020 veröffentlicht, dass auf Anregung der PKV anstelle der bisherigen Hygienepauschale (GOZ 3010a 2,3-facher Satz 14,23 Euro) seit 1. Oktober bis 31. Dezember 2020 nur noch der Einfachsatz in Höhe von 6,19 Euro in Rechnung gestellt werden soll. Die BLZK hat gegen diesen Beschluss Nr. 36 gestimmt. Weil die Analogberechnung einer Pauschale das Einvernehmen mit den Kostenerstattern voraussetzt, kann die Hygienepauschale ab 1. Oktober 2020 nicht mehr so wie bisher berechnet werden.

Das Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen aus BZÄK, PKV-Verband und Beihilfe von Bund und Ländern hat sich dabei auf eine Regelung verständigt, die in dieser Höhe bei den Ärzten gilt. Die Vereinbarung zwischen BZÄK, PKV und Beihilfe ist wie die bisherige Vereinbarung rechtlich nicht verbindlich, d.h. zwischen Patient und Zahnarzt kann abweichend die Hygienepauschale weiter in bisheriger Höhe vereinbart werden.

Die BLZK als Körperschaft des öffentlichen Rechts rät den Zahnärzten, auch bei den Hygieneaufwendungen betriebswirtschaftlich zu denken und hält unvermindert die bisherige Höhe von 14,23 Euro für angemessen. Zeit ist Geld und die für einzelne Behandlungsleistungen in seiner Praxis zur Verfügung stehende Zeit kann der Zahnarzt auf einen Blick bequem in der „Bayerischen Tabelle 2020“ einsehen.

Wichtig: Laut Vereinbarung zwischen PKV und BZÄK kann ab dem 1. Oktober 2020 nur noch der Einfachsatz von 6,19 Euro pro Sitzung in Rechnung gestellt werden oder Patient und Zahnarzt müssen vor Behandlungsbeginn eine Vereinbarung nach § 2.1 GOZ schriftlich vereinbaren. Eine Erstattung an den Patienten kann die PKV dann verweigern.

Die BLZK stellt fest: Aufgrund der Pandemie sind die Ausgaben für die Hygienemaßnahmen mit erhöhtem Aufwand für Schutzkleidung und Desinfektionsmittel, für geänderte Abläufe am Empfang, Gespräche mit den Patienten und zusätzliche Schutzmaßnahmen für wartende Patienten sowie für erhöhten Verwaltungsaufwand erheblich gestiegen. Weil diese Kosten mit 6,19 Euro pro Sitzung nicht annähernd gedeckt werden, können laut Verlautbarung der BZÄK anstatt der Hygienepauschale von GOZ 3010a (= 6,19 Euro) die folgenden alternativ aufgezeigten Möglichkeiten genutzt werden:

1. Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Patienten nach § 2.1 GOZ. Der Königsweg ist sicher eine Berechnung gemäß § 2 Abs. 1 und 2 nach vorheriger Vereinbarung. Der Patient erhält möglicherweise keine Erstattung, ist aber verpflichtet, die Summe, die der ehemaligen Hygienepauschale entspricht, in jedem Fall zu begleichen.

2. Berücksichtigung über den Steigerungssatz nach § 5 GOZ (soweit der Steigerungsfaktor bis 3,5-fach nicht schon durch andere Erfordernisse ausgeschöpft wurde). Ob eine Begründung gemäß § 5 Abs. 2 GOZ bei den Kostenerstattern Anerkennung findet, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhersehbar – um den Zahlungsanspruch durchzusetzen, können Nachbegründungen erforderlich werden.

Die BLZK möchte Sie ermuntern, betriebswirtschaftlich zu denken und Ihre Patienten immer wieder auf die gestiegenen Aufwendungen aufmerksam zu machen und die derzeit verbleibenden Abrechnungsmöglichkeiten zu nutzen. Sie unterstützen damit Ihre Kammer im Einsatz für eine leistungsgerechte Honorierung!

Ihr

Christian Berger
Präsident

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