10/19/2012 | Nachrichten | BLZK

Eröffnung mit viel Prominenz

Impressionen vom Festakt des 53. Bayerischen Zahnärztetags

Bayerns Zahnärzte sind Garanten für eine Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau. Das bekräftigten zum Auftakt des 53. Bayerischen Zahnärztetags in München Bayerns Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber und sein Amtskollege aus dem Ressort Wissenschaft, Dr. Wolfgang Heubisch. Neben den politischen Statements prägte ein kulturphilosophischer Vortrag des Intendanten der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler, den Festakt.

Der Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK), Prof. Dr. Christoph Benz betonte in seiner Rede, dass sich das „Bild des Zahnarztes in der öffentlichen Wahrnehmung gewandelt“ habe. Dazu trage auch das soziale Engagement des Berufsstandes bei. In Bayern gebe es inzwischen eine Vielzahl von Hilfsprojekten, in denen sich Zahnärzte ehrenamtlich engagieren. So behandeln etwa die Initiatoren des Hilfswerks Zahnmedizin Bayern e. V. kostenfrei Patienten ohne Krankenversicherungsschutz.

Angesichts der demografischen Entwicklung forderte Benz die Politik auf, Behandlungs- und Präventionskonzepte für Ältere stärker zu unterstützen. Die Prophylaxe werde auch bei Senioren zu einem immer wichtigeren Thema. „Um die Zukunft der Zahnärzte muss man sich keine Sorgen machen“, sagte Benz vor den zahlreichen Vertretern aus Politik, Standespolitik, Gesundheitswesen und Gesellschaft. Als „wichtiges Signal nach außen“ wertete er die Kooperation von BLZK und KZVB beim diesjährigen Zahnärztetag.

Der Vorsitzende des Vorstands der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB), Dr. Janusz Rat, sah seine Organisation ebenfalls auf einem guten Weg. Erfolgreich sei die KZVB vor allem in dem Bemühen, „die Budgetierung im Gesundheitswesen aufzuweichen“. Eine klare Absage erteilte Rat dem von der Bundesregierung geplanten Patientenrechtegesetz. In der Zahnärzteschaft gebe es für eine solche Verordnung „keinen Bedarf, weil die Qualitätssicherung ausreichend ist“. Dies zeigten auch die Erfolge der letzten Jahre in der zahnärztlichen Prophylaxe.

Seite an Seite mit der BLZK

Der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, sicherte den Verantwortlichen der BLZK seine Unterstützung bei einer möglichen Verfassungsbeschwerde gegen die Neufassung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zu. In der verfassungsrechtlichen Bewertung der GOZ-Novelle, „stehen wir Seite an Seite mit der BLZK“, versprach Engel. Die von den beiden Kammern in Auftrag gegebenen Gutachten bilden nach Ansicht des BZÄK-Vertreters „eine solide Grundlage für eine gerichtliche Überprüfung“. Dabei kritisierte Engel erneut, dass der Verordnungsgeber die berechtigten Belange der Zahnärzteschaft nicht angemessen berücksichtigt habe.

Bayerns Gesundheitsminister Dr. Marcel Huber äußerte Verständnis, „dass die neue GOZ nicht von allen bejubelt wird“. Der CSU-Politiker erinnerte daran, dass die Bemühungen des Freistaats, den Punktwert in der Gebührenordnung zu erhöhen, im Gesundheitsausschuss des Bundesrats knapp gescheitert seien. Für die Gesundheitsversorgung in Bayern sei die Zahnheilkunde „von größter Bedeutung“. Wie hoch die Qualität der zahnmedizinischen Versorgung ist, zeige sich unter anderem daran, dass „viele Kinder heute gar nicht mehr wissen, was Karies eigentlich ist“, so der Minister weiter. Dennoch werde durch den demografischen Wandel viel Arbeit auf die Zahnärzte zukommen, prognostizierte er.

Mehr Freiberuflichkeit wagen

Hubers Amtskollege Dr. Wolfgang Heubisch, Bayerns Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, legte in seiner Ansprache ein Plädoyer für die Freiberuflichkeit ab. Angesichts der stetig steigenden Studentinnenzahlen im Fach Zahnmedizin appellierte der FDP-Politiker an junge Absolventinnen, „den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen“. Es sei eine zentrale Aufgabe der Politik und für ihn selbst „ein großes Anliegen, dafür die erforderlichen Rahmenbedingungen zu schaffen“. „Denn der Freistaat Bayern“, so der Minister weiter, „lebt von der Freiberuflichkeit“.

Viel Beifall gab es für den Intendanten der Bayerischen Staatsoper, Nikolaus Bachler. In seinem Festvortrag unter dem Titel „Nur das Spiel ist es, was ihn vollständig macht (Schiller). Ohne Ästhetik ist der Mensch nicht ganz“ zog er Parallelen zwischen Oper und Medizin. Bachler spannte in seiner Rede den Bogen von der Antike bis zur Moderne. „Seit den Dramen der Antike widmen sich Künstler den großen Fragen des Lebens: Liebe, Tod, Macht und Leidenschaft“, sagte er. Für die Gesellschaft sei die Oper wie eine Medizin: „Sie kann heilen, diagnostizieren und Schmerzen verständlich machen“. Umgekehrt wecke die Medizin ebenso wie die Kunst die „Sehnsucht nach immerwährender Schönheit“, wie sie schon Friedrich Schiller in seinem Werk „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ in Briefform beschrieben habe.

Teamarbeit in der Praxis

Noch bis zum Samstag, 20. Oktober 2012, tauschen sich in der bayerischen Landeshauptstadt Zahnärzte aus dem Freistaat, anderen Bundesländern und den europäischen Nachbarstaaten über aktuelle Entwicklungen im Berufsstand und die neuesten Trends in der Zahnmedizin aus. Das wissenschaftliche Programm für Zahnärzte steht in diesem Jahr unter dem Motto „Implantatprothetik – im Team erfolgreich“ und stellt die Zusammenarbeit von Zahnarzt, Zahntechniker, Praxisteam und Patient in den Mittelpunkt. Parallel dazu läuft der Kongress für zahnärztliches Personal und eine zweitägige Dentalausstellung.

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