10/21/2011 | Nachrichten | BLZK

52. Bayerischer Zahnärztetag eröffnet

Programmheft zum Bayerischen Zahnärztetag 2011
Programmheft zum Bayerischen Zahnärztetag 2011 (PDF 1,2 MB)

Impressionen vom Festakt

Mit einem Besucherrekord wurde am 20. Oktober 2011 der 52. Bayerische Zahnärztetag in München eröffnet. Neben den Staatsministern Dr. Markus Söder und Martin Zeil waren auch zahnärztliche Standespolitiker aus Bayern und ganz Deutschland, Vertreter von Krankenkassen, Ministerien und Medien gekommen. Fokus-Herausgeber Helmut Markwort hielt den Festvortrag zum Thema „Die Macht der Medien“.

In seiner Begrüßung brachte Prof. Dr. Christoph Benz, Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, die vielfältigen Aspekte der monatelangen Diskussion über die Novellierung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) auf den Punkt. Er würdigte die Bemühungen der Vertreter von Ministerien und Parteien, soweit sie sich für die Interessen der Zahnärzteschaft eingesetzt hatten. Dennoch werde das Ergebnis – die novellierte GOZ tritt voraussichtlich am 1. Januar 2012 in Kraft – berechtigten Unmut in der Zahnärzteschaft auslösen. 24 Jahre nach Inkrafttreten der GOZ wäre eine Anhebung des Punktwertes mehr als überfällig.

Gesundheitsminister Söder zur GOZ und Approbationsordnung

Am Thema GOZ kam auch der bayerische Gesundheitsminister Dr. Markus Söder nicht vorbei. Bayern habe einen Antrag zur Erhöhung des Punktwerts in den Gesundheitsausschuss des Bundesrates eingebracht. Kein symbolischer Akt, wie der Minister betonte. Eine ausreichende politische Unterstützung anderer Bundesländer für eine Anpassung sei sehr gering – bei der Abstimmung im federführenden Ausschuss gäbe es ein Patt von 8 zu 8 Stimmen. Einen Ausblick gab der Staatsminister auf eine andere anstehende Novellierung – die der zahnärztlichen Approbationsordnung von 1955. Die entsprechende Bund-Länder-Arbeitsgruppe habe ein Konzept zur Angleichung der Vorklinik von Medizin und Zahnmedizin erarbeitet, was die zahnmedizinische Ausbildung aufwerte, so Söder.

Die Sicht des in der Praxis tätigen Zahnarztes brachte Dr. Bernd Reiss, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Computergestützte Zahnheilkunde (DGCZ) ein. Die DGCZ ist der diesjährige Kooperationspartner für das wissenschaftliche Programm des Zahnärztetags. Auch die computerisierte Zahnheilkunde habe den Menschen im Mittelpunkt. Ziel sei nicht der virtuelle Arzt, sondern eine virtualisierte Medizin, die sich nicht allein auf Diagnose und Therapie beschränke, sondern über digitale Behandlungsplanungen Prognosen für Patienten darstellbar mache.

Markwort: Die Macht der Medien liegt in der Selektion

Von Lindenstraße bis zu Talkshows, von silent agreement zwischen Journalisten und Politikern bis zur „Weltrevolution Neue Medien“ reichte der Vortrag von Helmut Markwort. Er schöpfte dabei aus seiner jahrelangen Erfahrung als Journalist, u.a. bei Stern und Focus. Markwort sieht die größte Macht von Journalisten darin, Themen auszuwählen und Geschichten subjektiv zu erzählen. Vor allem in den privaten Medien bildeten Unterhaltungssendungen wie das „Dschungel Camp“ mehr Meinung als Nachrichten, die zudem immer spätere Sendeplätze erhalten. Für Politiker spiele vor allem die Telegenität – das heißt, wie sie beim Leser bzw. Zuschauer ankommen – eine zuweilen wahlentscheidende Rolle. Markwort warb für einen verantwortlichen Umgang mit dem hohen Gut der Meinungsfreiheit. „Wir brauchen starke Medien, die unabhängig berichten. Im Fokus steht der wohl informierte Bürger.“

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52. Bayerischen Zahnärztetag 2011

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