10/19/2012 | Pressemitteilung

Für eine innovative Zahnheilkunde in Deutschland

BLZK fordert leistungsgerechte Honorierung der Zahnärzte

München – „Der diesjährige Bayerische Zahnärztetag zum Thema Implantatprothetik zeigt, wie innovativ und leistungsfähig die Zahnmedizin in Deutschland ist. Doch die Honorierung zahnärztlicher Leistungen durch die neue Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ 2012) wird den Erfolgen der modernen präventionsorientierten Zahnheilkunde nicht gerecht“, das hob der Vizepräsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer und Leiter des Bayerischen Zahnärztetages, Christian Berger, im Rahmen eines Pressegesprächs nochmals deutlich hervor.

Die Zahnheilkunde in Deutschland wird aus zahnmedizinisch-wissenschaftlicher Sicht auf einem sehr hohen Niveau erbracht. Produkttechnische Neuerungen in der Zahnarztpraxis sind kostenintensiv. Das Engagement für Spitzenfortbildung der Zahnärzte und des Praxispersonals wird beim Bayerischen Zahnärztetag eindrucksvoll erneut unter Beweis gestellt.

Die zum Jahresbeginn in Kraft getretene Novelle der GOZ wird aus Sicht der Zahnärzteschaft dem aktuellen wissenschaftlichen Stand der Zahnmedizin jedoch nicht gerecht. Sie trägt auch nicht den Maßgaben der Behandlungsqualität Rechnung, weil eine angemessene Honorierung von Beratungs- und Behandlungszeiten unterbleibt. Berger: „Es kann nicht sein, dass man den Zahnärzten immer mehr abverlangt, sie aber nicht angemessen vergütet werden. Wir müssen unsere Praxen streng betriebswirtschaftlich führen, um am Markt bestehen zu können. Die Politik sorgt aber nur für immer mehr Bürokratie und mehr Reglementierung auf allen Ebenen.“

Berger verweist in diesem Zusammenhang auch auf das im Auftrag der BLZK von Univ.-Prof. Dr. Helge Sodan, ehemaliger Präsident des Verfassungsgerichtshofes des Landes Berlin und Direktor des Deutschen Instituts für Gesundheitsrecht (DIGR), verfasste Rechtsgutachten zur GOZ-Novellierung. Sodan weist nach, dass die Bundesregierung sich weder durchgehend an der seit 1988 erfolgten Geldentwertung noch an dem betriebswirtschaftlich erforderlichen Stundenhonorar orientiert habe, obwohl die Regierung selbst diese Maßstäbe für eine angemessene Vergütung der zahnärztlichen Tätigkeit nennt. Damit sei der gebotene Interessenausgleich zwischen Zahnärzten einerseits und dem zur Honorierung der erbrachten Leistung verpflichteten Patienten andererseits nicht sachgerecht erfolgt. Daraus folgt eine Verletzung des Grundrechts der Berufsfreiheit der betroffenen Zahnärzte. Die GOZ 2012 verstößt in einigen Bereichen nicht nur gegen das Zahnheilkundegesetz, sondern auch gegen das Grundgesetz. „63 Gebührenpositionen der GOZ 2012 führen nicht zu einer Vergütung, die im 2,3-fachen Gebührensatz auch nur das Niveau erreicht, das für gesetzlich versicherte Sozialhilfeempfänger vorgesehen ist. Der Privatpatient ist damit der Patient zweiter Klasse!“ kritisiert Berger.

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