04/10/2012 | Pressemitteilung

Krankenkassen fördern Intransparenz

Bayerns Zahnärzte sprechen von einem Ablenkungsmanöver

München – Von einem merkwürdigen Rechtsverständnis der Krankenkassen zeugt nach Auffassung der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) deren jüngster Vorstoß für mehr Transparenz bei Zahnarztrechnungen. „Wer Transparenz will“, so BLZK-Präsident Prof. Dr. Christoph Benz, „soll im eigenen Laden damit beginnen. Das anonyme Sachleistungsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung verhindert doch gerade die gewünschte Transparenz.“ Das Konzept der Krankenkassen bedeute noch mehr Bürokratie – bei ohnehin ausufernden Bürokratiekosten.

Benz wirft den Krankenkassen vor, ihre Versicherten bei der Inanspruchnahme von Leistungen zu bevormunden. „Alle Versuche des Gesetzgebers, die Wahl der Kostenerstattung zu erleichtern, sind bei den Kassenvertretern stets auf Widerstand gestoßen.“ Während die Politik darüber nachdenke, Patientenrechte zu stärken, setze der GKV-Spitzenverband auf ein Betreuungsmodell, das dem Bild vom mündigen Patienten widerspreche.

„Patienten sind mündiger als Krankenkassen sich das so denken. Preisvergleiche auch beim Zahnarzt sind längst an der Tagesordnung. Im Übrigen gibt der Staat den Rahmen vor, in dem zahnärztliche Leistungen und Vergütungen geregelt sind. Seit 1. Januar 2012 gilt eine novellierte Gebührenordnung. Der Punktwert für die einzelne Leistung liegt unverändert bei 5,62421 Cent – und das seit mehr als 20 Jahren.“ Es könne also keine Rede davon sein, dass Patienten bei dem privat zu bezahlenden Anteil für Zahnersatz übervorteilt würden.

Benz forderte die Verantwortlichen des GKV-Spitzenverbandes auf, für eine gescheite Vergütung der Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte zu sorgen statt Patienten mit halbgaren Rezepten zu verunsichern. „Wenn die Krankenkassen für immer mehr Leistungen immer weniger Geld bezahlen wollen, kann die Rechnung nicht aufgehen. Das wissen auch die Versicherten.“ Der bayerische Kammerpräsident bezeichnet es als ein „Ärgernis“, dass angesichts eines Milliardenüberschusses der gesetzlichen Krankenversicherung von einzelnen Kassenfunktionären nun eine Debatte über die Vergütung von Leistungsträgern angezettelt werde. Benz sieht darin ein „Ablenkungsmanöver“.

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