04/05/2012 | Pressemitteilung

Zahngesund altern

BLZK zum Weltgesundheitstag 2012: Altern und Gesundheit

München – Die Menschen leben heute länger als je zuvor und wollen vor allem gesund älter werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung in der EU beträgt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Männern mehr als 72 Jahre und bei Frauen mehr als 80 Jahre. Prognosen zufolge wird sich die Altersgruppe der über 65-Jährigen im Zeitraum zwischen 2010 und 2050 nahezu verdoppeln. Zur Gesundheit im Alter gehört auch der Erhalt der Mundgesundheit. Allgemeingesundheit und Mundgesundheit beeinflussen sich auf komplexe Weise gegenseitig.

„Entzündungsherde an den Zähnen können das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen. Umgekehrt besteht die Gefahr, dass durch eine chronische Erkrankung, wie beispielsweise den Diabetes mellitus, Zahnerkrankungen, wie die Parodontitis, ausgelöst bzw. verschlimmert werden“, so Prof. Dr. Christoph Benz, Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, zum Weltgesundheitstag 2012, der unter dem Leitthema „Altern und Gesundheit: Gesundheit erfüllt die Jahre mit Leben“ steht. Gesunde Mundverhältnisse sind die beste Voraussetzung für einen gesunden Körper. Neben der systematischen Zahnpflege und Mundhygiene zu Hause sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Zahnarzt und professionelle Zahnreinigungen, bei denen alle krankmachenden harten und weichen Beläge entfernt werden, Bausteine in der zahnmedizinischen Vorsorge. Dazu gehören auch eine zahngesunde Ernährung mit vielseitigem ausgewogenem Essen und das Vermeiden von Stress- und Risikofaktoren, wie beispielsweise Rauchen, zu viel Alkohol und zu wenig Schlaf.

Für Prophylaxe ist es nie zu spät

In der Zahnmedizin ist Gesundheitsprävention sehr erfolgreich. In kaum einer anderen Medizindisziplin lässt sich der Erfolg von Prophylaxemaßnahmen so deutlich ablesen. Die Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV) von 2006 zeigt, dass 70 Prozent der Kinder und 46 Prozent der Jugendlichen ein Gebiss ganz ohne Karies haben. Vor 30 Jahren waren es nur fünf Prozent. Eine 2011 vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) veröffentlichte Studie dokumentiert die deutlich rückläufige Zahl der Zahnextraktionen. Zahnmedizinische Prophylaxe lohnt sich in jedem Alter. Auch die Politik hat die Relevanz zahnmedizinischer Prävention erkannt. Ein Vorstoß der Zahnärzteschaft in Form eines 2010 der Politik überreichten Konzepts „Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter“ trug inzwischen Früchte: Der Gesetzgeber hat in einer Ergänzung des Versorgungsstrukturgesetzes beschlossen, die zahnmedizinische Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung zu verbessern. Dies ist ein erster Schritt und lässt auf weitere Förderung hoffen.

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