12/01/2011 | Pressemitteilung

Mundgesund trotz Handicap

BLZK zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung

München – Die Mundgesundheit von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung ist deutlich schlechter als die anderer Bevölkerungsgruppen. Die Bayerische Landeszahnärztekammer will anlässlich des Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember 2011 noch stärker im Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit verankern, dass für diese Menschen nach wie vor besonderer zahnmedizinischer Handlungsbedarf besteht.

„Viele Zahnärztinnen und Zahnärzte engagieren sich seit Jahren mit großem Einsatz für die zahnärztliche Versorgung von Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftigen. Immer wieder haben die Zahnärzte darauf aufmerksam gemacht, dass die Rahmenbedingungen für die zahnärztliche Behandlung für diese Menschen dringend verbessert werden müssen“, so Dr. Herbert Michel, der bei der BLZK für Behindertenzahnmedizin zuständig ist. Langsam beginnen diese Forderungen Gehör zu finden. Vorsichtig optimistisch sei in diesem Zusammenhang zu bewerten, dass das GKV-Versorgungsstrukturgesetz erste Regelungen zur Verbesserung der Betreuung immobiler Menschen enthalte und der Handlungsbedarf seitens der Politik anerkannt werde, so Dr. Michel.

Betreuer mit ins Boot holen

Menschen mit Behinderung gehören zur Gruppe mit sehr hohem Risiko für Karies- und Parodontalerkrankungen. Sie leiden oftmals unter motorischen und/oder kognitiven Einschränkungen, die die Mundpflege erheblich erschweren und häufig zu einem unbefriedigenden Mundgesundheitszustand führen. Wenn Menschen aufgrund ihrer Behinderung nicht selbstständig Mundhygiene betreiben können, brauchen sie die Hilfe Dritter, das heißt in diesem Fall die aktive Mitarbeit der Betreuer. „Deshalb setzt die BLZK auf die Schulung von Betreuern durch Zahnärzte in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. In speziellen Seminaren und Workshops werden Betreuer instruiert. Sie lernen geeignete Zahnputztechniken und die passenden Hilfsmittel für den behinderten Menschen kennen. So schaffen wir Bewusstsein für die Wichtigkeit der Zahn- und Mundpflege in der täglichen Betreuung“, sagt Dr. Michel.

In Deutschland leben 7,1 Millionen Menschen mit einer (schweren) Behinderung, davon weisen etwa 600 000 Behinderungen auf, die für die zahnärztliche Betreuung relevant sind (Statistisches Bundesamt 2009). Aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung wird die Zahl von Menschen mit Behinderung in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen und damit auch der zahnärztliche Versorgungsbedarf zunehmen.

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