11/04/2011 | Pressemitteilung

Enttäuscht über die neue Gebührenordnung

BLZK kritisiert Stillstand beim Punktwert für zahnärztliche Leistungen

München – Die heutige Entscheidung des Bundesrates über eine neue Gebührenordnung für zahnärztliche Leistungen kommentiert der Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Prof. Dr. Christoph Benz, wie folgt:

„Statt den Punktwert für zahnärztliche Leistungen an die zum Teil dramatischen Preissteigerungen auf der Kostenseite einer Zahnarztpraxis anzupassen, verordnet die Politik den Zahnärztinnen und Zahnärzten auch nach 23 Jahren eine weitere Nullrunde. Der Punktwert, nach dem zahnärztliche Leistungen vergütet werden, stagniert seit 1988. Daran ändert auch die geringfügige Höherbewertung einzelner Leistungen nichts; weite Teile der Zahnheilkunde bleiben honorarseitig unterbewertet. Leistungen für privat Versicherte werden damit zum Teil schlechter vergütet als vergleichbare Leistungen für gesetzlich Versicherte. 

Bei allem Verständnis für den Wunsch nach Preisstabilität auf dem Gesundheitssektor erscheint dieses Preisdiktat für zahnärztliche Leistungen fragwürdig. Immerhin hat die Bundesregierung nach dem Zahnheilkundegesetz die Pflicht, bei der Festsetzung der Gebühren auch den berechtigten Interessen der Zahnärzte Rechnung zu tragen. In diesem Zusammenhang muss der Hinweis erlaubt sein, dass es in den letzten zwei Jahrzehnten bei Arbeitnehmern, Angestellten und Beamten zu deutlichen Gehaltsanpassungen gekommen ist, in denen die für eine Gehaltsermittlung grundlegenden Tarife an den Verbraucherpreisindex angepasst wurden. Auch die Prämien in der privaten Krankenversicherung sind in diesem Zeitraum deutlich gestiegen.

Nachdem die Politik sich in Sachen Gebührenordnung offenbar dem Druck der öffentlichen Meinung und der privaten Krankenversicherung gebeugt hat, müssen wir das Gespräch mit den Patienten suchen, um direkte Vereinbarungen über Leistungen und Honorare zu treffen. Diesen Weg der sogenannten abweichenden Vereinbarung sieht die Gebührenordnung ausdrücklich vor. Wir können und wollen die moderne Zahnmedizin des 21. Jahrhunderts anbieten. Unter den heutigen betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen geht das aber nicht zu Honoraren aus dem Jahr 1988.

Bei aller Kritik an der neuen GOZ muss allerdings auch positiv vermerkt werden, dass ein Unterschreiten der dort festgesetzten Gebührensätze, etwa auf dem Wege einer Öffnungsklausel für die private Krankenversicherung, ausgeschlossen bleibt. In Bezug auf unser höchstes Gut, die Gesundheit, darf es nicht zu einem ruinösen Preiswettbewerb kommen. Die ‚Geiz ist geil‘-Mentalität passt nicht zum Gesundheitssystem.“

Pressekontakt

Leiterin Geschäftsbereich Kommunikation
Isolde M. Th. Kohl
Tel.: 089 230211-130

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