09/22/2011 | Pressemitteilung

Kein Preisdiktat für zahnärztliche Leistungen!

Bayerische Landeszahnärztekammer zur GOZ-Novelle

München – Die Bundesregierung hat eine Verordnung zur Änderung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) vorgelegt. Sie soll die alte Gebührenordnung aus dem Jahr 1988 ersetzen. Statt jedoch den Punktwert für zahnärztliche Leistungen nach 23 Jahren endlich anzuheben, bleibt dieser unverändert bei 5,62421 Cent. Viele Zahnärztinnen und Zahnärzte betrachten dies als Schlag ins Gesicht. Dazu der Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, Prof. Dr. Christoph Benz: „Kein anderer Freier Beruf, kaum eine andere Berufsgruppe in Deutschland wird einem solchen Preisdiktat unterworfen. Die Pflicht des Gesetzgebers nach dem Zahnheilkundegesetz, für angemessene Honorare zu sorgen wird damit verletzt.“

Dass der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) keinen Anpassungsbedarf für zahnärztliche Honorare sieht, wie in einer Pressemitteilung geäußert, erscheint unverständlich, steigen doch gerade in der privaten Krankenversicherung die Versicherungsprämien fast jedes Jahr deutlich an. Außerdem – so die BLZK – mache die PKV mit Zahn-Zusatzversicherungen gute Geschäfte.

Benz: „Die Ausübung der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde erfolgt in Bayern auf höchstem Niveau. Gerade die Erfolge in der Kinder- und Jugendlichenprophylaxe sind spektakulär. Zahlreiche Innovationen gerade in den letzten drei Jahrzehnten prägen das Bild einer modernen, dem Menschen zugewandten Profession. Wir sichern nicht nur die gesundheitliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten – kein anderer Heilberuf hat solch häufige Patientenkontakte wie die Zahnärzte –, wir schaffen Ausbildungs- und Arbeitsplätze in einem interessanten Umfeld. Dafür müssen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen.“

Die Bayerische Landeszahnärztekammer appelliert an die Verantwortlichen bei Bund und Ländern:

  • Sorgen Sie für eine angemessene Vergütung zahnmedizinischer Leistungen!
  • Beenden Sie das willkürliche Preismoratorium für zahnärztliche Leistungen! Eine Gleitklausel in der Gebührenordnung muss in Zukunft für eine Anpassung zahnärztlicher Honorare an die wirtschaftliche Entwicklung sorgen.
  • Deregulieren Sie das zahnärztliche Gebührenrecht, um den Verwaltungsaufwand der Praxen zu minimieren. Damit wieder mehr Zeit für die Behandlung des Patienten bleibt.
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