11/13/2012 | Info Mundgesundheit

Diabetiker haben höheres Parodontitis-Risiko

Bayerische Landeszahnärztekammer zum Weltdiabetestag am 14. November

München – Diabetes mellitus ist mit einem hohen Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen verbunden. Eine folgenschwere Wechselwirkung kann in Verbindung mit Parodontitis auftreten. Diabetes begünstigt Infektionen im Mundraum. Umgekehrt tragen die Entzündungsherde zu einer Verschlechterung der Blutzuckerwerte bei. Darauf weist Dr. Herbert Michel, Prophylaxeexperte der Bayerischen Landeszahnärztekammer, anlässlich des Weltdiabetestags am 14. November hin, der unter dem Motto „Diabetes: Schützen Sie unsere Zukunft“ auf den dringenden Handlungsbedarf für den Schutz der Gesundheit zukünftiger Generationen aufmerksam macht.

Die Parodontitis ist – neben der Karies – die häufigste Munderkrankung. Untersuchungen haben ergeben, dass über 80 Prozent der Bevölkerung über 35 Jahre an der entzündlichen Zahnbett-Erkrankung leiden. Durch die Entzündung, die durch Bakterien verursacht ist, wird der Zahnhalteapparat zerstört. Dadurch verliert ein äußerlich völlig gesunder Zahn den Halt und lockert sich.

Rechtzeitige Behandlung mindert Risiken

„Das Trügerische an der Parodontitis ist, dass sie meist lange Zeit schmerzlos verläuft und von den Betroffenen oft unbemerkt bleibt. Neben einer sorgfältigen Mundhygiene gehört der Kontrolltermin beim Zahnarzt zu den wichtigsten Vorbeugemaßnahmen. Eine professionelle Zahnreinigung ist eines der wirksamsten Mittel, um Parodontitis vorzubeugen“, so Dr. Michel. Zahnfleischtaschen und Knochengewebedefekte bedürfen der intensiven individualprophylaktischen Betreuung durch den Zahnarzt. Zu Hause gehört zusätzlich zum täglichen Zähneputzen auch die regelmäßige und sorgfältige Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide zu den wichtigsten Maßnahmen.

„Diabetiker sollten ihren Zahnarzt nicht nur über ihre Erkrankung informieren, sondern auch häufiger zur Kontrolle gehen“, rät Dr. Michel. Eine Parodontitis wirkt sich auch negativ auf die Einstellbarkeit und den Schweregrad der Zuckerkrankheit aus, weil die Zellen weniger Glukose aufnehmen können und das Insulin deshalb schlechter wirkt. Daher ist eine rechtzeitige Erkennung und Behandlung entscheidend. Nicht zuletzt kann dadurch das Risiko für Erkrankungen wie Herzinfarkt, Nierenversagen und Schlaganfall verringert werden, die in Folge des Diabetes auftreten können.

Informationen zu den Zusammenhängen zwischen Mundgesundheit und Diabetes enthält die Patientenbroschüre „Zähne und Allgemeingesundheit – Wechselbeziehungen“ der BLZK. Die Broschüre kann kostenfrei im Online-Shop unter shop.blzk.de heruntergeladen werden.

Pressekontakt

Leiterin Geschäftsbereich Kommunikation
Isolde M. Th. Kohl
Tel.: 089 230211-130

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