11/09/2011 | Info Mundgesundheit

Risikofaktor Parodontitis

Bayerische Landeszahnärztekammer zum Weltdiabetestag am 14. November

München – Diabetiker haben ein dreifach erhöhtes Risiko an Parodontitis, einer Entzündung des Zahnhalteapparats, zu erkranken. Was wenige wissen: Umgekehrt erhöht eine Parodontitis auch das Diabetesrisiko. „Chronische Entzündungen im Mundraum verschlechtern auf Dauer den Blutzuckerwert. Eine gute Mundgesundheit ist also ein wichtiger Präventionsbaustein für eine gute Allgemeingesundheit“, sagt Prof. Dr. Christoph Benz, Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK).

Auslöser einer Parodontitis sind aggressive Bakterien im Zahnbelag, die Zähne und Zahnfleisch angreifen. Der Körper reagiert darauf mit einer chronischen Entzündung. Wird diese nicht behandelt, greift sie schließlich tiefere Gewebeschichten an. Bakterien aus dem Mundraum gelangen in die Blutbahn und verteilen sich im ganzen Körper. Die Entzündungsherde im Mund verstärken so auf Dauer die Insulinresistenz der Zellen und lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen. „Der Weltdiabetestag 2011 steht unter dem Motto ‚Prävention und Aufklärung‘. Eine gute Mundhygiene ist einer der Faktoren, mit denen Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko einer Erkrankung vorbeugen können – darauf weist die Bayerische Landeszahnärztekammer bei diesem Anlass nochmals ausdrücklich hin“, so Benz.

Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel 

Bei einem bestehenden Diabetes mellitus kann eine schwere Parodontitis das Einstellen des Blutzuckerwerts beim Patienten erschweren. Zugleich erhöhen chronische Entzündungen die Gefahr von diabetischen Folgeerkrankungen wie Nierenschäden, Herzinfarkt, Schlaganfall und arteriellen Verschlusserkrankungen an den Beinen.

Zu einer guten Mundhygiene gehören neben dem Zähneputzen die tägliche Reinigung mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürste sowie zweimal jährlich ein Kontrollbesuch beim Zahnarzt. Darüber hinaus ist die professionelle Zahnreinigung ein wirksames Mittel, um Parodontitis zu verhindern oder bestehende Zahnbettentzündungen zu behandeln. Benz: „Diabetiker sollten ihren Zahnarzt frühzeitig über ihre Erkrankung informieren. So kann dieser bei der Behandlung und Beratung auf die Wechselbeziehung beider Krankheiten eingehen.“

Weitere Informationen zu Mundgesundheit und Diabetes liefert die Patientenbroschüre „Zähne und Allgemeingesundheit – Wechselbeziehungen“ der BLZK. Die Broschüre kann kostenfrei im Online-Shop unter www.blzk.de/shop heruntergeladen werden.

Pressekontakt

Leiterin Geschäftsbereich Kommunikation
Isolde M. Th. Kohl
Tel.: 089 230211-130

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