07/29/2020 | Nachrichten | Coronavirus

Infektionsketten verfolgen

Häufige Fragen zur Corona-Warn-App auf einen Blick

Durch die freiwillige Nutzung der Corona-Warn-App können Smartphone-User ihr Infektionsrisiko im Blick behalten und die Nachverfolgung von Infektionsketten unterstützen.

Was läuft auf technischer Ebene ab?

Wenn sich zwei Smartphones mit aktivierter Corona-Warn-App länger als 15 Minuten auf einer Entfernung von unter zwei Metern begegnen, tauschen sie über die Funktechnologie Bluetooth Low Energy anonymisierte, zufällig generierte Identifikationsnummern aus. Auf Basis der Signalstärke schätzt die App, wie nahe sich die Nutzer gekommen sind. Diese Informationen werden dezentral auf den Smartphones gespeichert.

Wie hilft die App bei der Nachverfolgung von Infektionsketten?

Wer positiv auf Covid-19 getestet wurde, kann sein Testergebnis freiwillig in der Corona-Warn-App festhalten. Das geschieht je nach Testlabor durch das Scannen des QR-Codes auf dem Testdokument, durch die manuelle Eingabe einer TAN in der App oder durch das Verifizieren über eine Hotline. Die Corona-Warn-App lädt regelmäßig Listen der IDs mit positivem Corona-Test vom Server herunter und gleicht sie mit den empfangenen IDs von Smartphones in der Nähe ab. Auf diese Weise kann anonym festgestellt werden, ob die Nutzer Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Ist dies der Fall, bekommen sie eine Warnung von der App – nicht in Echtzeit, um Rückschlüsse auf die Identität der infizierten Person zu vermeiden. So bekommen die Nutzer eine Entscheidungshilfe für weitere Schutzmaßnahmen wie beispielsweise sich ebenfalls testen zu lassen und/oder sich in Quarantäne zu begeben.

Wo gibt es die Corona-Warn-App?

Seit dem 16. Juni steht die App in den gängigen App-Stores zum kostenlosen Download zur Verfügung. Sie läuft auf Android-Smartphones ab dem Betriebssystem Android 6 aufwärts, auf Apple-Smartphones ab dem iPhone 6 unter der IOS-Version 3.5. Anfangs noch auf Deutschland begrenzt, können inzwischen auch Anwender aus vielen Nachbarländern die Corona-Warn-App während ihres Aufenthalts in Deutschland nutzen.

Wie steht es um den Datenschutz?

Der Datenschutz wird bei der Corona-Warn-App unter anderem durch folgende Maßnahmen sichergestellt:

  • Die App arbeitet nicht mit personenbezogenen Daten, sondern mit zufällig generierten Codes (Bluetooth-IDs), die keinen Rückschluss auf die Identität der Nutzer zulassen.
  • Es werden nur Begegnungen der Smartphones mit installierter App registriert – keine Standorte oder Bewegungsprofile (kein Tracking, sondern Tracing).
  • Die IDs werden regelmäßig neu generiert, um das Erstellen von Bewegungsprofilen zu vermeiden.
  • Der Quellcode der App wurde von mehreren Stellen auf Herz und Nieren geprüft und für sicher befunden. Positive Resonanz gab es unter anderem vom Bundesbeauftragten für Datenschutz, Ulrich Kelber, von TÜV Informationstechnik sowie vom Chaos Computer Club.
  • Alle 14 Tage werden die generierten IDs vom Server gelöscht.

Wie wirksam ist Kontakt-Tracing für die Eindämmung der Pandemie?

Damit die Corona-Pandemie gestoppt werden kann, müssten rund 60 Prozent der Bevölkerung eine Tracing-App nutzen. Dieser Schätzung liegt eine Studie der University of Oxford vom 16. April zugrunde. Inzwischen wurde die App nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 16 Millionen Mal heruntergeladen (Stand: 16. Juli 2020).


Quelle: BZBplus 8/2020, S. 14

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