07/14/2016 | compact aktuell | Info BWL Steuer und Recht

Studienkosten der eigenen Kinder sind keine Betriebsausgaben

Ausbildung zählt nicht

Immer wieder taucht die Frage auf, ob Studienkosten für die eigenen Kinder, die später die eigene Praxis übernehmen, steuerlich als Betriebsausgaben bei den Eltern abzugsfähig sind. Begründet wird dies damit, dass diese Kinder bereits als Angestellte in der Praxis tätig sind und in vergleichbaren Fällen, zum Beispiel bei einem dualen Studium, die Kosten für fremde Arbeitnehmer abzugsfähig sind.

Das Finanzgericht Münster lehnt dies ab, mit der Begründung, dass die Eltern unterhaltsrechtlich zur Übernahme der Kosten einer angemessenen Berufsausbildung ihrer Kinder verpflichtet sind, so dass im Streitfall eine private Motivation vorgelegen habe. Etwaige daneben bestehende betriebliche Erwägungen könnten zwar zu sogenannten gemischten Aufwendungen führen, da aber eine Trennung nach objektiven Maßstäben in privat und betrieblich nicht möglich sei, bleibe es letztlich beim Abzugsverbot.

Es bleibt also dabei, dass derartige Ausbildungskosten für Kinder bei den Eltern nicht als Betriebsausgabe abzugsfähig sind. Wie bisher kommen hierfür aber das Kindergeld beziehungsweise der Kinderfreibetrag, gegebenenfalls der Freibetrag für auswärtige Unterbringung oder bei Überschreiten der Altersgrenze eine Berücksichtigung der Kosten als sogenannte Außergewöhnliche Belastungen in Betracht.

Quelle: BÄZB


Info BWL/Steuer/Recht ist ein Service-Angebot der Bayerischen Ärzte- und Zahnärzteberatung GmbH (BÄZB), ein Kooperationspartner der eazf GmbH und BLZK im Bereich der Berufsbegleitenden Beratung.

VOILA_REP_ID=C1257C99:002F5EB3