Künstlersozialabgabe ist Pflicht

Sonderinformation zur Künstlersozialkasse 2018

Es gibt bürokratische Regelungen, bei denen der Ertrag im umgekehrten Verhältnis zum Aufwand steht. Das gilt z.B. für die Künstlersozialkasse und die Beitragserhebung hierzu. Es kommt bei Ärzten und Zahnärzten nicht häufig vor, dass Beiträge zur Künstlersozialkasse gezahlt werden müssen, dennoch bestehen für jeden Einzelnen erhebliche Ermittlungs- und Anzeigepflichten.

Zusammengefasst lässt sich die Beitragserhebung zur Künstlersozialkasse wie folgt beschreiben:

Unternehmer, die Leistungen selbständiger Künstler bzw. Publizisten in Anspruch nehmen, müssen am gesetzlich geregelten Melde- und Beitrags­erhebungsverfahren teilnehmen. Der erste Schritt dazu ist eine formlose Meldung bei der Künstlersozialkasse.

Erst aber muss geklärt werden, wer Künstler ist und ob das Unternehmen (Arzt-/Zahnarztpraxis) regelmäßig Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilt.

Künstler ist, wer Musik macht, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Hierzu gehören auch Designer. Publizist ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise publizistisch tätig wird.

Unternehmen, die Werbung oder Öffentlichkeitsarbeit für ihr eigenes Unternehmen betreiben und hierfür regelmäßig Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilen, sind vom Melde- und Beitragsverfahren betroffen. Eine nur gelegentliche, also nicht regelmäßige Auftragserteilung liegt vor, wenn die Gesamtsumme aller gezahlten Entgelte im Kalenderjahr 450,00 Euro netto nicht übersteigt. Dann ist kein Beitrag zu zahlen.

Es gibt Ausnahmen, aufgrund derer kein Beitrag zur Künstlersozialkasse zu leisten ist. Nämlich dann, wenn die Zahlung an juristische Personen (GmbH, haftungsbeschränkte Unternehmensgesellschaft, Aktiengesellschaft, e. V.) oder an eine Kommanditgesellschaft (KG), GmbH & Co. KG oder an eine OHG geleistet wird.

Wenn Sie die Wahl haben, zwischen einem selbständigen Künstler, der in einer der oben genannte Rechtsformen agiert oder einem Künstler, bei dem das nicht gegeben ist, empfiehlt es sich, den Erstgenannten zu engagieren, um sich so den Aufwand für die Meldung und den Beitrag zu sparen.

Die Künstlersozialkasse gibt jede Menge Informationsschriften heraus. Unter anderem dazu, wer als Künstler in diesem Sinne gilt. Üblicherweise sind für Arzt- oder Zahnarztpraxen tätig:

  • Designer
  • Layouter
  • Texter
  • Webdesigner
  • Zeichner
  • Werbefotografen

Das bedeutet, dass Sie in Berührung mit der Künstlersozialkasse meist nur dann kommen, wenn Sie sich eine neue Corporate Identity zulegen, indem z.B. Ihre Briefköpfe, Visitenkarten usw. gestaltet werden. Der Hauptanwendungspunkt, insbesondere im Hinblick auf die Kosten, wird die Erstellung bzw. Änderung von Webseiten sein.

Zur Klarstellung: Der reine EDV-Aufwand bei Überarbeitung von Webseiten ist nicht beitragspflichtig, sondern nur eine ggf. künstlerische Gestaltung. Lassen Sie deshalb bitte entsprechende Rechnungen eindeutig aufteilen.

Wenn Sie Zahlungen an eine der oben genannte Berufsgruppen leisten, die nicht unter die befreiten Formen fällt, müssen Sie einen Beitrag in Höhe von 4,8 Prozent für 2017 und 4,2 Prozent für 2018 des Nettoentgeltes an die Künstlersozialkasse bezahlen.

Die Auftraggeber sind verpflichtet, sich selbst bei der Künstlersozialkasse zu melden. Tun Sie das nicht, nicht rechtzeitig oder unvollständig, drohen Schätzungen und Bußgelder.

Die Meldung hat bis zum 31.03. des Folgejahres auf einem vorgeschriebenen Meldebogen zu erfolgen.

Zu unterscheiden ist zwischen Unternehmen, bei denen bisher lediglich eine „Belehrung“ erfolgt ist und bei denen für das Jahr 2017 kein Beitrag anfällt, und Unternehmen, für die bereits Beitragspflicht festgestellt wurde. Sei es durch eigene Meldung oder im Rahmen von Sozialversicherungsprüfungen. Bei letzterem erfolgt ggf. direkt eine Anforderung zur Abgabe des Meldebogens durch die Künstlersozialkasse. Hier besteht die Pflicht zur Meldung, auch wenn keine meldepflichtigen Entgelte vorliegen.

Quelle: bäzb


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