12/20/2021 | Nachrichten | Freie Berufe und Europa

Neue europäische Gesundheitsbehörde

Die EU-Kommission hat ihre Pläne für die Schaffung einer neuen EU-Behörde für die Vorsorge und Reaktion in gesundheitlichen Notlagen präsentiert. Die „Health Emergency Preparedness and Response Authority“ (HERA) ist wesentlicher Teil der als Reaktion auf die Corona- Pandemie geplanten Europäischen Gesundheitsunion.

Die neue Behörde, direkt angesiedelt bei der EU-Kommission, soll zu diesem Zweck verschiedene Funktionen erfüllen. Eine wesentliche Aufgabe wird sein, die EU-Institutionen dabei zu unterstützen, schwerwiegende grenzüberschreitende Gesundheitsgefahren zu bewältigen. Dazu soll HERA proaktiv Gefahrenanalysen durchführen, Informationen sammeln und Vorhersagemodelle, etwa für den Ausbruch von Pandemien, entwickeln. Außerdem soll HERA sicherstellen, dass alle EU-Länder im Notfall schnellen und gleichberechtigten Zugang zu Medikamenten und Impfstoffen, aber auch zu Schutzausrüstungen, Beatmungsgeräten sowie Tests haben. Zu diesem Zweck soll HERA auch den europaweiten Gesundheitsnotstand ausrufen können.

Darüber hinaus möchte die EU-Kommission künftig die medizinische Forschung im Bereich Gesundheitsgefahren besser koordinieren. HERA soll im Rahmen ihrer Arbeit eng mit anderen europäischen und nationalen Gesundheitsbehörden, der Industrie und internationalen Partnern kooperieren. Es ist Ziel, dass die neue Behörde Anfang 2022 ihre Arbeit aufnimmt, um bis Mitte des kommenden Jahres voll einsatzfähig zu sein. HERA wird im Zeitraum bis 2027 mit Finanzmitteln in Höhe von sechs Milliarden Euro ausgestattet, wobei ein Teil aus dem Europäischen Konjunkturpaket stammt. Zusätzlich stehen 24 Milliarden Euro aus weiteren EU-Finanztöpfen zur Verfügung.


Quelle: BZB 12/2021, S. 19

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