10/13/2020 | Nachrichten | Referat Freie Berufe und Europa

Phase-out von Dentalamalgam?

Die Europäische Kommission hat dem Europäischen Parlament und den im Rat versammelten EU-Mitgliedsstaaten einen Bericht über die weitere Verwendung von quecksilberhaltigem Dentalamalgam vorgelegt. In dem Bericht kündigt die Kommission an, 2022 einen Gesetzgebungsvorschlag zum schrittweisen Ausstieg aus der Verwendung von Dentalamalgam vorlegen zu wollen. Begründet wird dies alleine mit Umweltschutzgründen und dem übergeordneten „Null-Schadstoff-Ziel“ der EU.

Trotz einer stark rückläufigen Nutzung von Dentalamalgam wurden 2018 nach Schätzungen der Kommission EU-weit zwischen 27 bis 58 Tonnen Quecksilber für die Herstellung dieses Füllmateriales verbraucht. Aufgrund der verbreiteten Verwendung quecksilberfreier Materialien in der EU geht die Kommission davon aus, dass die große Mehrheit zahnmedizinischer Einrichtungen bereits über die für quecksilberfreie Füllungsmaterialien benötigte Ausrüstung verfügt und der Großteil der Zahnärzte die erforderlichen Techniken beherrscht.

Der Dachverband der europäischen Zahnärzte hatte sich dagegen im Vorfeld des Berichts für die Beibehaltung des bewährten Werkstoffs ausgesprochen, um auch weiterhin eine möglichste breite Palette an Materialien nutzen zu können. Die endgültige Entscheidung liegt bei den EU-Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament.


Quelle: BZB 10/2020, S. 16

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