10/13/2016 | compact aktuell | Info BWL Steuer und Recht

Schenkungssteuer - Vorsicht Falle!

Im Laufe der Jahre gelingt es vielen unserer Mandanten erhebliches Vermögen zu bilden. Zum einen durch die eigene Arbeitsleistung, zum anderen durch erhaltene Schenkungen oder Erbschaften.

Sachlage bei einer Zugewinngemeinschaft

Oftmals hat ein Ehegatte mehr Einkommen als der andere, so dass die Vermögensbildung in unterschiedlicher Höhe erfolgt. Viele Mandanten gehen davon aus, dass es beim gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft möglich ist, Vermögen von einem auf den anderen Ehegatten zu übertragen, ohne dass hierfür Schenkungsteuer anfällt. Das ist leider nicht immer der Fall.

Auch bei der Zugewinngemeinschaft besitzt jeder Ehegatte sein eigenes Vermögen. Lediglich bei Beendigung der Ehe, sei es durch Scheidung oder Tod, wird der Zugewinn hälftig aufgeteilt. Wenn während des Bestehens der Ehe größere Beträge oder Wirtschaftsgüter von einem Ehegatten auf den anderen übertragen werden, ist auch das steuerlich gesehen eine Schenkung, die zu Schenkungsteuer führen kann. Dies ist dann der Fall, wenn der Freibetrag für Schenkungen unter Ehegatten in Höhe von 500.000 Euro für die letzten zehn Jahre überschritten wird.

Das fällt unter Schenkung

Schenkungen in diesem Sinne sind unter anderem Übertragungen von Bankguthaben, Aktiendepots usw. Auch die Tilgung von Schulden für vermietete Immobilien des einen Ehegatten durch den anderen oder für gemeinsame Immobilien gilt als Schenkung. Eine Ausnahme stellt die eigengenutzte Wohnimmobilie dar. Zuwendungen zum laufenden Unterhalt, also zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten gelten nicht als Schenkung.

Nicht selten wird bei Schenkungen unbewusst der Freibetrag überschritten und somit ungewollt Schenkungsteuer ausgelöst.

Gehen Sie im Falle einer Schenkung so vor

Um das zu vermeiden, achten Sie bitte streng darauf, dass Sie Ihrem Ehegatten oder Ihr Ehegatte Ihnen innerhalb von zehn Jahren nicht mehr als 500.000 Euro zuwenden. Falls Sie sich unsicher sind, was als Schenkung zählt oder nicht, klären Sie den Vorgang bitte vorher mit uns ab.

Quelle: Kanzlei Fuchs & Martin, Würzburg/Volkach


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