04/10/2019 | Nachrichten | Referat Freie Berufe und Europa

Für eine starke Vertretung in Europa

Parlamentarischer Nachmittag des VFB

„Wir brauchen eine starke Vertretung in Europa!“ so der Appell von Michael Schwarz, Präsident des Verbands Freier Berufe in Bayern (VFB) und Referent Freie Berufe und Europa der BLZK. Er nutzte den Parlamentarischen Nachmittag des VFB Ende März, um alle Freiberufler in Bayern zur Teilnahme an der Europawahl aufzurufen.

In der EU entscheide sich, ob das erfolgreiche System der Freien Berufe mit der Selbstverwaltung, seinen Berufsregeln und seiner Qualitätsorientierung Bestand habe, so Schwarz. Freiberuflichkeit, Dienstleistungsfreiheit und Qualitätsorientierung waren die Themen der Podiumsdiskussion, an der bayerische und EU-Parlamentarier teilnahmen.

Folgende Diskutanten hatte der VFB eingeladen:

  • MdEP Prof. Dr. Angelika Niebler, Vorsitzende der CSU-Europagruppe,
  • MdEP Ulrike Müller, Spitzenkandidatin der Freien Wähler für die Europawahl,
  • Henrike Hahn, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen sowie
  • MdL Horst Arnold, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion

Arno Metzler, von 1992 bis 2012 Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Freien Berufe, moderierte die Diskussion.

Qualität der Dienstleistungen und der Berufsausbildung

Der Wert und die Zukunft der Selbstverwaltung und des Berufsrechts bei den regulierten Berufen wurden ebenso diskutiert wie die Fokussierung der EU-Kommission auf grenzüberschreitenden Wettbewerb im Dienstleistungsbereich. Insgesamt erfolgte ein klares Bekenntnis zum Wert der Freien Berufe und der herausragenden Stellung in Bezug auf Verbraucherschutz, Qualität der Dienstleistungen und Qualität der Berufsausbildung.

Weitere Themen waren die Herausforderungen der Digitalisierung, das Unverständnis der EU-Kommission gegenüber dem deutschen Modell der Freien Berufe sowie der Ausstieg Großbritanniens aus der EU. 

Bei der Frage, wer sich für eine Definition der Freien Berufe auf europäischer Ebene einsetzen würde, gab es zwei Lager. CSU und Freie Wähler stehen hinter der Forderung angesichts der „enormen Wirtschaftskraft und der sozialen Leistungen“ der Freien Berufe (Müller).

Für die Grünen lehnte Henrike Hahn die Forderung ab. Eine gesetzliche Definition sei angesichts der Vielfalt der Strukturen in den EU-Mitgliedstaaten wenig hilfreich. Mit einer Auslegung sei nichts gewonnen, sagte Horst Arnold. Man müsse vielmehr das Bewusstsein dafür schärfen, gemeinsam vorzugehen, und nicht noch mehr Grenzen gegenüber den Gewerbetreibenden einziehen.

Ausführliche Informationen sowie Fotos des Parlamentarischen Nachmittags finden Sie auf der Website des VFB.

VOILA_REP_ID=C1257C99:002F5EB3