07/14/2015 | Pressemitteilung

Patientenberatung: Zahnärzte als zentrale Ansprechpartner

Bayerische Landeszahnärztekammer will unabhängige Patientenberatung

München – Zu Meldungen, wonach der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen künftig die im Sozialgesetzbuch V vorgesehene Patientenberatung durch eine kommerzielle Firma erbringen lassen möchte und nicht mehr durch die „Unabhängige Patientenberatung Deutschland – UPD“, eine vom Sozialverband VdK Deutschland, der Verbraucherzentrale Bundesverband und dem Verbund Unabhängige Patientenberatung getragene Initiative, nimmt die Bayerische Landeszahnärztekammer Stellung:

BLZK-Präsident Christian Berger: „Wichtigster Ratgeber in zahnärztlichen Behandlungsfällen ist und bleibt der Zahnarzt. Zahnärztinnen und Zahnärzte genießen nach allen Meinungsumfragen das ungeteilt große Vertrauen ihrer Patientinnen und Patienten. Eine Beratung zu zahnmedizinischen Fragen kann und darf nicht ohne zahnärztlichen Sachverstand stattfinden. Insbesondere kann sie nicht alleine unter Kostengesichtspunkten erfolgen.“ Grundsätzlich müsse man in Frage stellen, warum der Gesetzgeber die unabhängige Patientenberatung den Krankenkassen übertragen habe, da diese angesichts knapper Mittel nicht wirklich unabhängig seien.

Dazu der Präsident der BLZK: „Um unseren Patientinnen und Patienten zusätzliche Informationen zur Behandlung zu geben, bietet die Zahnärztekammer im Rahmen einer Telefonsprechstunde seit 15 Jahren kostenfrei fachkompetente und persönliche Beratung durch zahnärztliche Gutachter. Daneben unterhalten wir ein Patientenforum im Internet, wo unsere Experten aktuell Antworten zu allen Fragen rund um das Thema Zahnmedizin geben. Die BLZK hat vor zwei Jahren ein eigenes Web-Portal für Patienten unter www.zahn.de eröffnet. Kommt es zu Konflikten zwischen Patient und Behandler, bieten wir eine außergerichtliche Streitschlichtung an. Dabei ist unser Angebot nicht kommerziell orientiert. Es wird nicht durch Beitragsgelder der Versicherten finanziert, so wie dies bei der Patientenberatung durch den GKV-Spitzenverband der Fall ist, sondern durch Kammerbeiträge der bayerischen Zahnärztinnen und Zahnärzte.“

Dr. Rüdiger Schott, Vizepräsident der BLZK, ergänzt: „Wo künftig unabhängige Patientenberatung draufsteht, muss auch unabhängige Patientenberatung erfolgen. Ob das bei einem von den Krankenkassen finanzierten Callcenter eines kommerziellen Unternehmens der Fall ist, erscheint fraglich.“

Die Telefonsprechstunde der Bayerischen Landeszahnärztekammer ist zu erreichen:
montags von 18.00 bis 20.00 Uhr, mittwochs von 15.00 bis 18.00 Uhr (auch in den Schulferien)

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