09/02/2015 | Pressemitteilung

Zahnheilkunde ist mehr als nur ein Kostenfaktor

BLZK fordert Anpassung der Gebühren an die Kostenentwicklung

München – „Nicht nur die Ausgaben für zahnärztliche und zahntechnische Leistungen, sondern auch die Kosten in den Praxen sind zu berücksichtigen, wenn über künftige Anpassungen der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) nachgedacht wird.“ Diese Forderung erhebt der Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK), Christian Berger, nach Vorlage eines Berichtes der Bundesregierung zu den Auswirkungen der Neustrukturierung und -bewertung der Leistungen der GOZ (Bundesrats-Drucksache 387/15 vom 27.08.2015).

Die Bundesregierung geht darin von einem Honoraranstieg im Jahr 2012 in Höhe von 9,2 Prozent aus. Der Bericht weist jedoch gleichzeitig darauf hin, dass die Entwicklung des privatzahnärztlichen Honorarvolumens nur anhand der 2011 vorliegenden Daten aus dem Jahr 2008 prognostiziert wurde. Ebenso weist die Bundesregierung darauf hin, „dass der zahnmedizinische und technische Fortschritt zu einer Ausgabensteigerung beigetragen hat“.

Berger warnt deshalb davor, den künftigen Anpassungsbedarf bei den vom Bundeministerium für Gesundheit im Einvernehmen mit den Bundesländern festgesetzten Gebühren für zahnärztliche Leistungen allein von der Kostenentwicklung bei privaten Krankenversicherern und der öffentlichen Hand abhängig zu machen. „Seit Inkrafttreten der GOZ im Jahr 1988 ist der Punktwert für die einzelne Leistung in der Zahnarztpraxis nicht mehr angehoben worden. Im Klartext: Kostenentwicklungen, wie wir sie zum Beispiel bei den Personalausgaben oder auch durch den zunehmenden Aufwand im Bereich Hygiene in den letzten drei Jahrzehnten erlebt haben, werden vom Verordnungsgeber überhaupt nicht berücksichtigt. Damit stellt sich die Frage, ob zahnärztliche Leistungen nach dem 1988 festgesetzten Punktwert heute überhaupt noch angemessen vergütet werden.“

Nachdem das Bundesministerium für Gesundheit nun eine Studie beauftragt hat, die den künftigen Anpassungsbedarf systematisch aufarbeiten soll, fordert der Präsident der BLZK, künftigen Entscheidungen zum Gebührenrecht der Zahnärzte auch die allgemeine Kostenentwicklung zugrunde zu legen.

„Wenn die öffentliche Hand zahnärztliche Leistungen nur unter dem Kostengesichtspunkt betrachtet, ist es mehr als recht und billig, wenn auch wir Zahnärzte bei der Bemessung der amtlich vorgegebenen Gebühren eine angemessene Berücksichtigung der Kosten einer Zahnarztpraxis einfordern“, so Berger.

Pressekontakt

Leiterin Geschäftsbereich Kommunikation
Isolde M. Th. Kohl
Tel.: 089 230211-130

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