10/23/2015 | Pressemitteilung

Zahndurchbruch – Zahntrauma – Zahnwechsel

56. Bayerischer Zahnärztetag: Wissenschaftlicher Kongress für Zahnärzte

München – Kieferorthopädie und Kinderzahnheilkunde stehen im Mittelpunkt des Programms des 56. Bayerischen Zahnärztetages in München vom 22. bis 24. Oktober. Gemeinsame Veranstalter des Kongresses sind die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB). Kooperationspartner für das wissenschaftliche Programm ist die Deutsche Gesellschaft für Kieferorthopädie (DGKFO).

Das wissenschaftliche Programm für Zahnärzte nimmt die Behandlungsnotwendigkeit und -möglichkeiten beim Zahndurchbruch, bei Zahntraumata und beim Zahnwechsel in den Fokus, insbesondere in der Kieferorthopädie (KFO) und Kinderzahnheilkunde.

Zahn- und Kieferfehlstellungen lassen sich nicht nur bei Kindern und Jugendlichen korrigieren. Individuelle Techniken und Behandlungsmethoden in der KFO erweisen sich in den meisten Fällen als sehr erfolgreich.

Neue Behandlungskonzepte – angemessene Kommunikation

Prof. Dr. Andrea Wichelhaus, München, zeigt in ihrem Vortrag „Präprothetische kieferorthopädische Behandlungskonzepte“ die Einflüsse neuer Technologien und Materialien auf Behandlungskonzepte in der Kieferorthopädie. Psychologischen Aspekten bei der kieferorthopädischen Behandlung von Kindern widmet sich die Diplom-Psychologin Dr. Jutta Margraf-Stiksrud, Marburg. Im Mittelpunkt steht der Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Persönlichkeitseigenschaften bei Kindern und einer darauf abgestimmten, angemessenen Kommunikation in der Praxis.

Lückenversorgung

Unter dem Thema „Implantate bei Jugendlichen“ in der KFO berichtet Prof. DDr. Georg Watzek, Wien, auf der Basis langjähriger Erfahrung über unterschiedliche implantologische Indikationsstellungen.

Kann eine Lückenversorgung bei fehlenden Zähnen durch einen kieferorthopädischen Lückenschluss erreicht werden oder ist entsprechender Zahnersatz vorzusehen? Dazu spricht Dr. Klaus Hertrich, Erlangen. Er zeigt die Vorteile autologer Transplantation von Zähnen bei Jugendlichen auf, die bei richtiger Indikationsstellung in mehreren Bereichen liegen können.

Beim Lückenschluss spielt die Kieferorthopädie eine wichtige Rolle. Dr. Björn Ludwig, Traben-Trarbach, stellt bei seinem Vortrag „Implantate als Verankerungselemente in der Kieferorthopädie“ anhand der Indikation Lückenschluss bei Nichtanalgen aktuelle Möglichkeiten und Grenzen dieser Behandlungsmethode dar.

KFO-Abrechnung

Die Abrechnung kieferorthopädischer Behandlungen ist in der gesetzlichen Krankenversicherung insbesondere durch die Einführung der „Kieferorthopädischen Indikationsgruppen“ (KIG) und der KFO-Richtlinien deutlich differenzierter geworden. Dr. Anton Schweiger, München, gibt einen Überblick aus Sicht der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns.

Weisheitszähne

Prof. Dr. Dr. Martin Gosau, Nürnberg, diskutiert an klinischen Beispielen aus der Oral- und Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie die Entfernung von Weisheitszähnen. Er erläutert Symptome im Zusammenhang mit Erkrankungen von Weisheitszähnen und die damit verbundene Untersuchung und Diagnostik sowie die Indikation und Entscheidungsfindung zur Weisheitszahnentfernung.

Kinderzahnheilkunde

Im Referat von Prof. Dr. Dr. Norbert Krämer, Gießen, geht es um Fragen der Entfernung von Karies, um Möglichkeiten zur Schonung der Zahnhartsubstanz, um adhäsive Zahnheilkunde im Milchgebiss sowie um Füllungsmaterialien und um Grenzen der Füllungstherapie.

Dr. Verena Bürkle, Salzburg, spricht über die frühprothetische Versorgung bei Kindern unter Fragestellungen wie: „Welche Indikationen und Kontraindikationen für die frühprothetische Versorgung gibt es? Welche Versorgungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung, und wie praxistauglich sind sie?“

Endondotie

Das Behandlungskonzept von dentoalveolären Verletzungen hängt auch vom Stand des Wurzelwachstums des betroffenen Zahns ab. In ihrem Beitrag „Dentoalveoläre Traumatologie: abgeschlossenes versus nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum“ zeigt Dr. Barbara Holzschuh, Bergen, wie unterschiedlich sich die Auswirkungen bei Zähnen – je nach Schweregrad der Verletzung – manifestieren und wie dies die endodontische Behandlung dieser Zähne beeinflussen kann.

Dr. Christoph Kaaden, München, geht mit der Problemerkennung und Fehlervermeidung in der Endodontie auf Misserfolge bei der Behandlung ein. Sein Ziel ist dabei, die Behandlungsabfolge der modernen endodontischen Behandlung Schritt für Schritt intensiv zu beleuchten.

Funktionsdiagnostik und -therapie

Bei der Therapie von craniomandibulären Dysfunktionen (CMD-Therapie) wird immer wieder – unabhängig von der angewandten Methode – auf die gleichbleibenden (guten) Erfolgsraten verwiesen. Prospektive Studien sehen vor allem psychische Faktoren als Ursache für subjektive Empfindungen. Prof. Dr. Dr. Johann Müller, München, zeigt in seinem Vortrag „Tägliche Praxis der Funktionsdiagnostik und Funktionstherapie“, dass zahnärztliche Maßnahmen häufig eine kausale – nicht nur eine symptomatische – Therapie bei CMD ermöglichen.

Prof. (Univ. Zagreb) Dr. Alexander Gutowski, Schwäbisch Gmünd, spricht über die Schienentherapie als Erfolgsrezept bei der Behandlung von Funktionsstörungen im stomatognathen System. Schritt für Schritt stellt er dar, wie eine solche Schienentherapie Erfolg versprechend durchgeführt wird.

Zahnärzte helfen weltweit

In weiteren Vorträgen geht es um soziale Themen. Prof. Dr. Dr. Carl-Peter Cornelius, München, berichtet unter dem Thema „Ethiopian jaws – rekonstruktive Gesichtschirurgie zwischen München und Adis Abeba“ über humanitäre Hilfsaktionen mit Unterstützung des Vereins „Zahnärzte helfen“. Dr. Cornelius Haffner, München, geht auf Fragen ein, die sich bei der zahnmedizinischen Versorgung von Asylbewerbern stellen. Peter Reithmayer und Leo Hofmeier, München, berichten über internationale Hilfsprojekte bayerischer Zahnärzte, zum Beispiel über Einsätze in Nepal und Äthiopien.

Pressekontakt

Leiterin Geschäftsbereich Kommunikation
Isolde M. Th. Kohl
Tel.: 089 230211-130

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