09/14/2016 | compact aktuell | Info BWL Steuer und Recht

Zeitpunkt ist entscheidend

Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten nach Veräußerung des Mietobjektes bzw. nach Wegfall der Einkünfteerzielungsabsicht

Die steuerliche Rechtslage hierzu war früher rigoros. Hatte man eine Immobilie verkauft, konnten ab diesem Zeitpunkt keinerlei Zinsen mehr als Werbungskosten geltend gemacht werden. Mit einer Reihe von Urteilen hat der Bundesfinanzhof seine Rechtsprechung zugunsten der Steuerzahler geändert. Erfreulicherweise hat die Finanzverwaltung ihre starre Haltung aufgegeben und die Finanzämter angewiesen, die neue Rechtsprechung anzuwenden.

Hat der Veräußerungserlös nicht ausgereicht, um die auf dem verkauften Objekt lastenden Schulden zu tilgen, können die noch anfallenden Schuldzinsen als nachträgliche Werbungskosten geltend gemacht werden. Dies gilt allerdings nicht, falls die Einkünfteerzielungsabsicht schon vor der Veräußerung aufgegeben wurde.

Vermietung bis zum Verkaufszeitpunkt aufrechterhalten

Wichtig ist deshalb, dass Sie die Vermietung unbedingt bis zum Verkaufszeitpunkt aufrechterhalten, wenn eine Veräußerung eines Objektes geplant ist und der Erlös nicht ausreichen wird, die Schulden auszugleichen. Stellen Sie die Vermietung vorher ein, können Sie die Zinsen nicht mehr geltend machen.

Quelle: BÄZB


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