Musterausbildungsvertrag

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Erklärungen zu Seite 1

Ausbildungsvertrag für ZFA, Seite 1

Zwischen der/dem Ausbildenden (Zahnärztin/Zahnarzt)/dem Ausbildungsbetrieb

Hier tragen Sie den Namen und die Anschrift des Ausbildungsbetriebes/der Ausbildungspraxis ein.

verantwortliche/r Ausbilder/-in (Zahnärztin/Zahnarzt)

Übernimmt die/der Ausbildende nicht selbst die Ausbildung oder sind mehrere Zahnärzte/-innen Praxisinhaber (BAG) und damit in der Gemeinschaft Ausbildende, muss ein/e in der Praxis tätige/r Zahnärztin/Zahnarzt als zuständige/r Ausbilder/-in namentlich bestellt werden. Ausbilder/-innen können nur approbierte Zahnärztinnen oder Zahnärzte sein. Die Gesamtverantwortung für die Ausbildung trägt auch im Falle der Bestellung eines Ausbilders weiterhin die ausbildende Praxis.

Nachname, Vorname

Bitte geben Sie den Namen der/des Auszubildenden leserlich in der vorgegebenen Reihenfolge an. Tragen Sie die Angaben zum Namen so ein, wie sie im Ausweis bzw. Reisepass stehen.

Geburtsort und Land

Bei einem Geburtsort außerhalb Deutschlands geben Sie bitte auch das Geburtsland an.

Schulbildung/Schulabschluss

Bitte geben Sie hier den letzten bzw. höchsten erfolgreich absolvierten Bildungsabschluss an.

gesetzlich vertreten durch

Bei minderjährigen Auszubildenden müssen beide gesetzlichen Vertreter angegeben werden. Es müssen auch beide gesetzlichen Vertreter den Ausbildungsvertrag unterschreiben. Wenn nur ein Elternteil allein sorgeberechtigt ist, muss ein entsprechender Nachweis beigefügt werden (Bescheinigung für die Alleinsorge). Ebenso bitten wir um einen Nachweis (Geburtsurkunde der Auszubildenden, neue Eheschließung eines Elternteils etc.), wenn der Name der/des Auszubildenden vom Namen der Eltern/des Elternteils abweicht.

Datum Ausbildungsbeginn/Datum Ausbildungsende

Die regelmäßige Ausbildungszeit ist drei Jahre – z.B. 1.9.2021 bis 31.8.2024 oder 20.10.2021 bis 19.10.2024



Erklärungen zu Seite 2

Ausbildungsvertrag für ZFA, Seite 2

§ 1 – Ausbildungsanforderungen

Findet die Berufsausbildung in einer kieferorthopädischen Praxis oder bei der Bundeswehr statt, verpflichtet sich die/der Ausbildende, die in der Ausbildungspraxis nicht zu vermittelnden Kenntnisse und Fähigkeiten in einer Vertragszahnarztpraxis vermitteln zu lassen und dies zu gewährleisten. Hierfür ist mit dem Ausbildungsvertrag eine Zusatzvereinbarung vorzulegen.
Dies ist zusätzlich in § 11 Abs. 1 des Ausbildungsvertrages anzugeben.

§ 2 – Ausbildungszeit, Probezeit

Zu (1): Die Durchführung der Berufsausbildung ist auch in Teilzeit möglich. Die Dauer der Ausbildungszeit verlängert sich entsprechend der Kürzung der täglichen oder wöchentlichen Ausbildungszeit. Die Verlängerung ist bei der Angabe Datum Ausbildungsende (Punkt 7) zu berücksichtigen. Richtlinien Teilzeitberufsausbildung

Zu (2): Richtlinien zur Abkürzung der Ausbildungszeit gemäß § 8 Abs. 1 BBiG

Zu (3): Außer dem hier genannten Grund gibt es keine Möglichkeit, die Probezeit zu verlängern. Eine sonstige Vereinbarung über die Verlängerung der Probezeit ist unwirksam. Die Vertragsparteien müssen sich innerhalb der vier Monate entscheiden, ob das Ausbildungsverhältnis fortgesetzt werden soll.

Zu (4): Mit der Mitteilung über das Bestehen der Abschlussprüfung endet das Ausbildungsverhältnis. Es ist mit der/dem ZFA ein neuer Dienstvertrag mit dem vollen Gehalt einer/eines ZFA zu schließen. Andernfalls muss die/der ausgebildete ZFA über die unverzügliche Meldung bei der Arbeitsagentur informiert werden. Die beiden Vertragsparteien sollten rechtzeitig (frühestens sechs Monate vor Beendigung des Ausbildungsverhältnisses) über die Weiterbeschäftigung sprechen.

Zu (5): Die Verlängerung des Ausbildungsvertrages erfolgt in diesem Fall bis zum nächstmöglichen Prüfungstermin und muss dem Zahnärztlichen Bezirksverband mitgeteilt werden. Die/Der Ausbildende kann der Verlängerung nicht widersprechen.

§ 3 – Kündigung und Praxisübergang

Zu (2): Nach Ablauf der Probezeit ist eine ordentliche Kündigung z.B. wegen Praxiswechsel nicht möglich. Sollte ein Praxiswechsel unvermeidbar sein und von beiden Seiten gewünscht, so kann das Ausbildungsverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen durch einen Aufhebungsvertrag beendet werden. Die Beendigung des Ausbildungsverhältnisses, unabhängig welcher Art, muss dem Zahnärztlichen Bezirksverband angezeigt werden.

§ 4 – Urlaub, Ausbildungszeit

Zu (1): Der Urlaub soll Auszubildenden vorrangig in den Berufsschulferien gegeben werden. Die hier angegebenen Urlaubstage geben den gesetzlichen Mindesturlaub wieder. Eine darüber hinausgehende individuelle Vereinbarung kann jederzeit getroffen werden.

Zu (2): Samstag ist ein Werktag. Die Regelungen des Bundesurlaubsgesetzes sind auf eine 6-Tage-Woche ausgerichtet. Wird in der Praxis in der 5-Tage-Woche gearbeitet, muss die Anzahl der Mindesturlaubstage entsprechend umgerechnet werden.

Zu (3): Endet das Ausbildungsverhältnis nach erfüllter Wartezeit und nach dem 30.6. eines Jahres, so besteht Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub und ist der/dem Auszubildenden bis zum Ausscheiden zu gewähren oder nach dem Ausscheiden abzugelten.

Zu (4): Jugendliche: Jugendlichen müssen im Voraus feststehende Ruhepausen von angemessener Dauer gewährt werden. Die Pausen müssen mindestens betragen:
30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als viereinhalb bis sechs Stunden und
60 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden. Als Ruhepause gilt nur eine Arbeitsunterbrechung von mindestens 15 Minuten.

Auszubildende über 18 Jahre: Die Arbeit ist durch im Voraus feststehende Ruhepausen von mindestens 30 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als sechs Stunden und von mindestens 45 Minuten bei einer Arbeitszeit von mehr als neun Stunden zu unterbrechen. Länger als sechs Stunden hintereinander dürfen erwachsene Auszubildende nicht ohne Ruhepause beschäftigt werden.

Die Ausbildung erfolgt grundsätzlich in Vollzeit in einer 5-Tage-Woche. Für die Angabe der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit kann hier der Durchschnittswert – in der Regel acht Stunden – eingetragen werden. In diesem Fall beträgt die durchschnittliche wöchentliche Ausbildungszeit 40 Stunden. Bei Unterschreitung der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit von sieben Stunden bzw. 35 Stunden pro Woche handelt es sich grundsätzlich nicht mehr um eine Vollzeitausbildung. In einem solchen Fall ist ein Teilzeitausbildungsverhältnis mit Verlängerung der Gesamtausbildungszeit zu vereinbaren.

§ 5 – Vergütung

Die aktuelle Empfehlung der BLZK zur Ausbildungsvergütung beträgt:

730 Euro im ersten,

770 Euro im zweiten und

820 Euro im dritten Ausbildungsjahr.

§ 6 – Pflichten der/des Ausbildenden

Zu (4): Der/die Auszubildende kann an einem Berufsschultag nicht vom Besuch der Berufsschule befreit werden, um sie/ihn stattdessen in der Praxis zu beschäftigen, auch nicht aufgrund eines betrieblichen Erfordernisses mit Bescheinigung des Ausbildenden.

Führt eine Berufsschule den Unterricht im Wege eines Online-Unterrichts/Homeschoolings durch, muss die Freistellung dafür zu den sonst üblichen Berufsschulzeiten erfolgen.

Zu (5): Ein ordnungsgemäß geführtes Berichtsheft ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Zu (6): Eine ausbildungsfremde Beschäftigung des Auszubildenden ist nicht gestattet.

Zu (9): Die Eintragung des Ausbildungsvertrags in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Zu (10): Alle Auszubildenden sind auch an dem Arbeitstag freizustellen, der der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorangeht.



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r ZFA, Seite 3

§ 7 – Pflichten der/des Auszubildenden

Zu (3): Es besteht eine Pflicht zur Teilnahme am Berufsschulunterricht. Im Krankheitsfalle gilt § 7 Absatz 10. Unentschuldigtes Fehlen kann die Kürzung der Ausbildungsvergütung für diese Zeit zur Folge haben. Bei größeren Fehlzeiten kann die Zulassung zur Abschlussprüfung gefährdet sein.

Zu (7): Ein ordnungsgemäß geführtes Berichtsheft ist Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Zu (10): Soll eine ärztliche Bescheinigung ab dem ersten Krankheitstag vorgelegt werden, so muss das ausdrücklich vereinbart werden. Die Mitteilung im Erkrankungsfall und Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung gilt für die Teilnahme am Berufsschulunterricht gleichermaßen.

§ 8 – Zeugnis

Das Zeugnis soll zeitnah zum Ende des Ausbildungsverhältnisses ausgestellt werden, um die/den Auszubildenden nicht bei der Stellensuche zu benachteiligen.

§ 9 – Beilegen von Streitigkeiten

Bei der Bayerischen Landeszahnärztekammer ist kein Schlichtungsausschuss nach
§ 111 Abs. 2 ArbGG eingerichtet, der vor einer arbeitsgerichtlichen Klage eingeschaltet werden muss. Bei arbeitsgerichtlichen Streitigkeiten kann grundsätzlich direkt Klage beim zuständigen Arbeitsgericht erhoben werden. Dennoch bietet der jeweils zuständige ZBV in Streitfällen eine Mitwirkung zur Erreichung einer gütlichen Einigung an.



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§ 11 – Sonstige Vereinbarungen

Zu (2): Der Abschluss einer Zusatzvereinbarung mit einer anderen Zahnarztpraxis ist Bestandteil des Ausbildungsvertrages und muss an dieser Stelle im Ausbildungsvertrag zusätzlich aufgenommen werden (siehe auch Punkt 8 zu § 1 des Vertrages).

Unterschrift aller Erziehungsberechtigten/gesetzlichen Vertreter

Bei minderjährigen Auszubildenden ist der Ausbildungsvertrag von beiden gesetzlichen Vertretern zu unterzeichnen. Ist ein Elternteil allein sorgeberechtigt, so ist eine Bescheinigung für die Alleinsorge einzureichen.

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