FAQ Coronavirus

Stand: 15.06.2020


Hygiene- und Schutzmaßnahmen in der Zahnarztpraxis


Welche Standard-Hygienemaßnahmen sind erforderlich?

In der zahnärztlichen Praxis sind die üblichen Standard-Hygienemaßnahmen mit konsequentem Tragen des Mund-Nase-Schutzes und Handschuhen sowie adäquate Händehygiene mit korrekter Anwendung der hygienischen und ggf. der chirurgischen Händedesinfektion unter Beachtung der Einwirkzeit als ausreichend anzusehen. Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz und Schutzbrille verringert das Infektionsrisiko durch Aerosole sowie von Blut- und Speichelspritzern.

Die Standard-Hygienevorschriften in Zahnarztpraxen sind im Praxisalltag bei Patienten ohne Symptome ausreichend. Für den Infektionsschutz verantwortlich ist der Praxisinhaber/-betreiber mit zahnärztlicher Approbation. Die Hygienemaßnahmen sind regelmäßig zu prüfen und dem aktuellen Stand der Wissenschaft und den gültigen Verordnungen/Richtlinien anzupassen.

Folgende erweiterte Schutzmaßnahmen sind ausschliesslich für die Behandlung diagnostizierter oder im dringenden Verdacht für eine Corona-Virusinfektion stehende Patienten angezeigt:

  • Räumliche oder organisatorische Trennung der an COVID-19 erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde.
  • Persönliche Schutzausrüstung für das Personal (Schutzbrille mit Seitenschutz; Atemschutzmaske FFP2/FFP3; unsterile Handschuhe; langärmliger Schutzkittel; das Tragen einer Kopfhaube kann den Schutz erhöhen; für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen).
  • Patienten nach Betreten der Praxis für die Wartezeit Mund-Nasen-Schutz aushändigen und zum Tragen anhalten.
  • Patienten anhalten, vor Verlassen des Sprechzimmers die Hände zu desinfizieren.
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.

Für diese Fälle hat die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) folgenden Ablaufplan erstellt:

Ablaufplan der BZÄK zum An- und Ablegen von persönlicher Schutzausrüstung
(PDF | 278 KB)

Aktuelle Empfehlungen sind beim Robert Koch-Institut (RKI) nachzulesen.

RKI-Empfehlung

Gemäß RKI-Empfehlung „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“ umfasst der Schutz vor Kontamination verschiedene Barrieremaßnahmen:

  • Persönliche Schutzausrüstung
  • Enorale Barrieremaßnahmen wie z.B. Kofferdamanwendung
  • Abdeckung der unmittelbaren Umgebung des Patienten
  • Betrieblich-funktionelle Maßnahmen wie Greifdisziplin, rationelles Instrumentieren
  • Geeignete Absaugtechnik
  • Unfallsichere Entsorgung

Durch eine gründliche Anamnese werden mögliche Infektionsrisiken für Patienten und Behandlungsteam vor Behandlungsbeginn ermittelt. Die Anamnese der Patienten ist regelmäßig zu aktualisieren. Mundhöhlenantiseptik wird empfohlen.

Weitere Details im Kapitel C02 im QM Online der BLZK

Halten Sie diese Hygienemaßnahmen strikt ein und schützen Sie sich selbst, das Praxisteam und die Patienten – auch vor anderen Infektionen wie beispielsweise der Influenza. Informieren Sie zudem Patienten über Hygienemaßnahmen, zum Beispiel mit dem Plakat „10 Hygienetipps“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Plakat „10 Hygienetipps“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Hinweise des RKI zum beispielhaften An- und Ablegen von PSA für Fachpersonal

Was tun, wenn ich als Zahnarzt keine Schutzausrüstung als Standard-Hygienemaßnahme mehr habe bzw. bekommen kann?

Die üblichen Standard-Hygienemaßnahmen müssen beachtet werden. Zur persönlichen Schutzausrüstung – also Schutzkleidung, Mund- und Nasenschutz, Schutzhandschuhe und Schutzbrille – lesen Sie mehr im QM Online der BLZK (mit Login) im Kapitel B02 a01.

Sollten Sie als Zahnarzt die entsprechende Schutzausrüstung für Ihr Personal nicht mehr zur Verfügung stellen können, kann das Personal nicht mehr tätig werden.

Kann ich Masken wiederverwenden?

Ressourcenschonender Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken

Wo erhalte ich Schutzausrüstung für die Patientenbehandlung?

Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration hat in einem Schreiben über die Verteilung der Schutzausrüstung informiert, demzufolge werden die vom Freistaat Bayern im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie beschafften Materialien (Persönliche Schutzausrüstung, wie FFP2/FFP3- und OP-Masken, Schutzanzüge, Hände-Desinfektionsmittel) laufend durch die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk bis auf Ebene der Ortsverbände (OV) in Bayern und von dort auf Ebene der Kreisverwaltungsbehörden verteilt werden.

Die Kreisverwaltungsbehörden verteilen die Materialien in eigener Zuständigkeit an Beteiligte des Gesundheitswesens - nach dem Prinzip des Schutzes vulnerabler Gruppen und der medizinischen Notwendigkeit. Nach Informationen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration zählen hierzu auch Zahnärzte, wobei Krankenhäuser, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe u.ä., Hospize, Altenheime, ambulant tätige Ärzte und der öffentliche Gesundheitsdienst vorrangig berücksichtigt werden.

Um die zahnmedizinische Notfallversorgung der Bevölkerung dennoch aufrechtzuerhalten, hat die KZVB einen Notdienst auch unter der Woche eingerichtet. Die Praxen, die schließen müssen, sind nun nicht mehr gezwungen, selbst eine Praxisvertretung zu suchen und anzugeben. Dieses Vorgehen wurde mit dem bayerischen Gesundheitsministerium abgestimmt.

Die KZVB veröffentlicht tagesaktuelle Listen der Praxen ­nach Bezirksstellen sortiert, die am Notdienst unter der Woche teilnehmen:

https://www.kzvb.de/zahnarztpraxis/coronavirus/corona-notdienst

Praxen, die an diesem Notdienst teilnehmen können und wollen (entsprechende Schutzausrüstung wie Mundschutz, Handschuhe und Schutzbrille sowie ausreichend Desinfektionsmittel werden selbstverständlich vorausgesetzt), sollen sich umgehend per Fax oder E-Mail bei der KZVB melden. Sie werden bei der Zuteilung von Schutzausrüstung durch die KZVB bevorzugt.

Kontaktdaten für die Mitteilung der Teilnahme am Notdienst unter der Woche und von vorübergehenden Praxisschließungen:

E-Mail: rechtsabteilung@kzvb.de
Fax:  089 72401-521

Anmeldeformular für den Notdienst unter der Woche (PDF | 25 KB)

Mitteilung über vorübergehende Praxisschließung (PDF | 25 KB)

Wo erhalte ich Händedesinfektionsmittel?

Wenden Sie sich an Ihr Dentaldepot. Bei Lieferengpässen wenden Sie sich an eine Apotheke.

Allgemeinverfügung

Gelten auch in Zahnarztpraxen Maskenpflicht und Abstandsregel?

Ab dem 11. Mai 2020 – und zumindest bis einschließlich 21. Juni 2020 – gilt gemäß § 12 Absatz 3 der Vierten Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) in Zahnarztpraxen eine Maskenpflicht für Personal (dazu zählt auch der Praxisinhaber), Patienten und deren Begleitpersonen.

Der Praxisinhaber ist in der Pflicht, durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Meter zwischen den Patienten eingehalten werden kann.

Die Maskenpflicht und Abstandsregel werden vor allem im Empfangsbereich und Wartezimmer der Praxis von Bedeutung sein. Sie entfällt, so die Regelung, soweit die Art der Leistung sie nicht zulässt. Für Patienten also im Rahmen der Behandlung. Weitergehende Pflichten zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes bleiben nach der Regelung unberührt.

Mund-Nasen-Bedeckung richtig handhaben – Infofilm der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KVB) zum An- und Ablegen der Maske

Plakat „MundGesundheit ist wichtig – mit Sicherheit!“ der Bundeszahnärztekammer zu Abstands- und Hygieneregeln sowie Maskenpflicht (PDF | 112 KB)

Wie werden Abfälle aus der Behandlung von COVID-19 Patienten entsorgt?

Abfälle (nicht flüssig) aus der Behandlung von COVID-19-Patienten in Zahnarztpraxen stellen kein erhöhtes Infektionsrisiko dar und werden der Abfallschlüsselnummer
AS 18 01 04 zugeordnet. Voraussetzung ist die Einhaltung der üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen und das Tragen geeigneter persönlicher Schutzausrüstung.

Entsorgung (AS 18 01 04)

Abfälle, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht keine besonderen Ansprüche gestellt werden (Einweghandschuhe, gebrauchte Zellstofftücher, Einwegkleidung)

  • Sammeln in reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältern
  • Entsorgung über den Hausmüll

Eine Zuführung zu Sammelsystemen für die getrennte Erfassung von Wertstoffen ist nicht erforderlich.

Spitze oder scharfe Gegenstände (AS 18 01 01), wie z.B. Kanülen oder Skalpelle werden in durchstich- und bruchfesten sicher verschließbaren Einwegbehältnissen gesammelt und unter der Berücksichtigung des Arbeitsschutzes im Hausmüll entsorgt.

Weitere Informationen:

Empfehlungen des RKI

Bayerisches Landesamt für Umwelt

Orientierungshilfe für die Entsorgungswege von mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) kontaminierten Abfällen (PDF | 512 KB)


FAQ – Umgang mit Patienten

FAQ – Arbeitsrechtliche Fragen/Praxisschließung/Entschädigung

FAQ – Auszubildende

Anprechpartner

Bei Fragen zum Umgang in der Praxis mit dem Coronavirus

Tel.: 089 230211-340/-342
Fax: 089 230211-341/-343

Nachricht senden

Bei Coronavirus-Symptomen

Anruf statt Wartezimmer

116 117 Ärztlicher Bereitschaftsdienst

115 Einheitliche Behördennummer

0800 011 77 22 Unabhängige Patientenberatung Deutschland

030 346 465 100 Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums

09131 6808-5101 Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (bei allgemeinen Fragen zum Coronavirus)

Coronavirus – Umgang mit Patienten am Empfang

Coronavirus – Umgang mit Patienten am Empfang

Ablaufdiagramm zur Behandlung verschiedener Patientengruppen

Download (PDF | 244 KB)

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