Medikamente und Wechselwirkungen
Polypharmazie
Viele ältere und hochbetagte Menschen leiden an einer oder sogar mehreren chronischen Erkrankungen und müssen deshalb oft eine Vielzahl an Medikamente einnehmen. Für den Zahnarzt ist es wichtig zu wissen, an welchen Krankheiten sein Patient leidet und welche Arzneimittel er regelmäßig oder sporadisch einnimmt. Dazu gehören sowohl Medikamente, die von Ärzten verordnete wurden, als auch Arzneien, die in der Apotheke selbst gekauft wurden, sowie Nahrungsergänzungsmittel und Phytotherapeutika (pflanzliche Heilmittel).
Denn einige von den Wirkstoffen interagieren mit zahnärztlichen Medikamenten wie Lokalanästhetika, Analgetika oder Antibiotika. Um die Risiken einer Polypharmazie bestmöglich zu minimieren, ist eine sorgfältige Anamnese entscheidend. Zudem ist wichtig zu wissen, ob ein Medikamentenplan vorhanden ist.
Hilfsmittel für Zahnärzte
Elektronische Medikationsliste und Medikationsplan
In der elektronischen Patientenakte (ePA) steht die elektronische Medikationsliste (eML) zur Verfügung. Sie enthält Daten zu Medikamenten, die dem Patienten oder der Patientin per eRezept verordnet wurden. Die elektronische Medikationsliste bietet einen Überblick darüber, welche verschriebenen Arzneimittel eingenommen werden.
Patienten, die dauerhaft mindestens drei verordnete systemisch wirkende Medikamente einnehmen, haben außerdem Anspruch auf einen Medikationsplan. Darin können zusätzlich zu den verordneten Medikamenten zum Beispiel Allergien und Unverträglichkeiten sowie selbst gekaufte Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel aufgeführt werden. Der Medikationsplan soll helfen, mögliche Wechselwirkungen oder allergische Reaktionen besser einschätzen zu können.
PRISCUS-Liste
Die sogenannte PRISCUS-Liste enthält Medikamente, die für ältere Menschen potenziell ungeeignet sind, und nennt Therapiealternativen.
„Multimorbidität & Medikamente“ der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg
In einer Ausarbeitung geht die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg ausführlich auf das Thema Polypharmazie und Multimorbidität ein.
Zuletzt angepasst am 21.09.26