FAQ Elektronischer Heilberufsausweis

Warum wird der eHBA benötigt?

Mit Einführung der medizinischen Anwendungen in der Telematikinfrastruktur (zum Beispiel dem elektronischen Medikationsplan oder dem Notfalldatenmanagement) gilt die eHBA-Pflicht für Vertragszahnärztinnen und -zahnärzte.

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG), das Digitale Versorgung-Gesetz (DVG) sowie das voraussichtlich im Herbst in Kraft tretende Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) verpflichten die an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Praxen zusätzlich ab dem 1. Januar 2021 zur Übermittlung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und zur Unterstützung der elektronischen Patientenakte (ePA). Für beide Prozesse ist ein eHBA zwingend erforderlich.

Zukünftig darf auch der elektronische Praxisausweis (SMC-B) in den Praxen nur noch genutzt werden, wenn ein eHBA verfügbar ist – selbst wenn die Praxis ausschließlich die Online-Prüfung der elektronischen Gesundheitskarte durchführt.

Wer hat Anspruch auf einen eHBA?

Alle niedergelassenen, angestellten und die übrigen Zahnärztinnen und Zahnärzte, die diesen Beruf ausüben und Mitglied der Kammer sind, haben Anspruch auf einen eHBA. In Bayern sind dies ca. 13.000 Berufsträger (8.000 Praxisinhaber/innen und 5.000 angestellt oder sonstig beruflich Tätige).

Je Praxis muss mindestens ein Zahnarzt im Besitz eines eHBA sein.

Was geschieht ohne eHBA?

Können Zahnarztpraxen bis zum 30. Juni 2021 nicht nachweisen, dass sie die erforderlichen Komponenten und Dienste zum Zugriff auf die elektronische Patientenakte (ePA) besitzen, zu denen auch der eHBA zählt, wird ihnen die Vergütung pauschal um 1 Prozent gekürzt.

In welchem Zeitraum erfolgt die Ausgabe des eHBA?

Die BLZK bietet für die Ausgabe des eHBA ein zeitlich gestuftes Verfahren im Zeitraum von Juli 2020 bis Mitte Dezember 2020. Dadurch ist sichergestellt, dass die bayerischen Zahnärztinnen und Zahnärzte bis Jahresende 2020 über einen eHBA verfügen.

In welcher Reihenfolge ist die Ausgabe des eHBA vorgesehen

Es ist vorgesehen, die Ausgabe in alphabetischer Reihenfolge und nach Beitragsgruppen zu staffeln. Ab Juli 2020 werden die Zahnärztinnen und Zahnärzte von der BLZK bayernweit angeschrieben. Zunächst Praxisinhaber, im Anschluss daran angestellte Zahnärzte und sonstige Berufstätige.

Wie kann der eHBA beantragt werden?

Der eHBA muss vom Zahnarzt bei einem von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zugelassenen Vertrauensdiensteanbieter (VDA) beantragt werden.

Derzeit zugelassen sind:

  • T-Systems International GmbH, eine Tochter der Deutsche Telekom AG
  • D-Trust GmbH, ein Tochterunternehmen der Bundesdruckerei GmbH

Wie verläuft das Ausgabeverfahren durch die BLZK?

Der eHBA-Antragsprozess beinhaltet folgende wesentliche Schritte:

Schritt 1
Postalische Informationssendung der BLZK an den Zahnarzt über den eHBA und den Beantragungsprozess.  Namens- und Adressdaten werden abgefragt und der Zahnarzt entscheidet sich für einen Anbieter.

Schritt 2
Der Zahnarzt bekommt von der BLZK, die vom ausgewählten Vertrauensdiensteanbieter zugeteilte Vorgangsnummer mitgeteilt. Damit kann auf der Website des Anbieters der durch die BLZK vorausgefüllte Antrag vervollständigt und der eHBA beantragt werden.

Schritt 3
Sichere Identifikation des Zahnarztes in einer Filiale der Post mittels „PostIdent“ mit dem Ausdruck aus dem Antrag.

Schritt 4
Bestätigung der Berufseigenschaft „Zahnärztin/Zahnarzt“ und Freigabe durch die BLZK. Im Anschluss erfolgt die Auslieferung des eHBA durch den Vertrauensdiensteanbieter an die Meldeadresse (im Personalausweis/Reisepass) der Zahnärztin/des Zahnarztes.

Wofür ist die Einwilligung zur Datenweitergabe an die KZVB erforderlich?

Für die Nutzung der Gesundheitsanwendungen der Telematikinfrastruktur und zur Erfüllung des Nachweises, dass ein Heilberufsausweis in der Vertragszahnarztpraxis vorhanden ist sowie zur Refinanzierung des Heilberufsausweises, können Ihre ausweisspezifischen Daten von der BLZK direkt an die KZVB weitergegeben werden. Dies ist ein weitergehender, freiwilliger Service. Dafür ist jedoch im elektronischen Antragsformular Ihres ausgewählten Vertrauensdiensteanbieter Ihre Zustimmung zur Datenweitergabe erforderlich.

Bezüglich der Refinanzierung des Heilberufsausweises und der vorgenannten Nachweisverpflichtung wird Sie die KZVB per Rundschreiben und in deren Internetauftritt gesondert informieren.

Wie begleitet die BLZK die Ausgabe des eHBA?

Die BLZK informiert auf der blzk.de-Website mit Schaubildern und Erklärungen zum Ablauf des Antrags und ergänzt die Inhalte laufend durch Artikel im BZB und BZBplus. Die Zahnärztlichen Bezirksverbände bekommen textlich und bildlich aufgearbeitete Informationen zum Abdruck in deren Publikationen bereit gestellt.

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