09/05/2023 | Nachrichten | Nachhaltigkeit, Praxisfuehrung und Strahlenschutz

„Klimakrise kann die Chance für eine bessere Zukunft sein – wenn wir handeln“

BZBplus-Serie: Nachhaltigkeit konkret, Teil 1

Nachhaltigkeit ist eines der großen Themen unserer Gesellschaft. Der Entwicklung hin zu einer ressourcenschonenden Lebens- und Arbeitswelt wollen sich auch Medizin und Zahnmedizin nicht verschließen. Denn der ökologische Fußabdruck der Medizin ist mit fünf Prozent am gesamten Fußabdruck der Menschheit beteiligt. Doch wie lässt sich Nachhaltigkeit in der eigenen Praxis konkret – auch unter wirtschaftlichen Aspekten – umsetzen und gleichzeitig Qualität und Sicherheit der zahnmedizinischen Behandlung gewährleisten?

Die BLZK möchte bayerische Zahnärztinnen und Zahnärzte bei ihrem Handeln aktiv unterstützen. Mit der Serie „Nachhaltigkeit konkret“ werden im BZBplus Themen zur Nachhaltigkeit und zum Schutz unserer Umwelt so aufbereitet, dass sie schnell und ohne großen Aufwand umsetzbar sind. Es geht nicht um neue Vorschriften, sondern vielmehr um Anregungen für den Praxisalltag. Auch kleine Veränderungen, die mitunter wenig Mühe machen, können etwas bewirken. In diesem Zusammenhang wird es auch um die Kommunikation nachhaltiger Strategien gehen, sowohl innerhalb des Teams als auch nach außen gegenüber den Patienten. Mit Checklisten zu den einzelnen Beiträgen erhalten die Praxen konkrete Impulse für eine mögliche Umsetzung.

Dr. Frank Hummel leitet – gemeinsam mit Dr. Stefan Gassenmeier – das Referat Praxisführung und Strahlenschutz der BLZK und hat den Schwerpunkt Praxisführung. Die Kollegenschaft zu einer nachhaltigen Praxisführung anzuregen, fällt nicht nur in das Aufgabengebiet seines Referats, sondern ist ihm auch ein wichtiges persönliches Anliegen. So ist seine Zahnarztpraxis in München seit Jahren als „Klimaneutrales Unternehmen“ zertifiziert. Zum Start der Reihe „Nachhaltigkeit konkret“ hat das BZBplus Dr. Hummel nach seinen Zielen für die bayerische Zahnärzteschaft befragt.

BZBplus: Herr Dr. Hummel, Sie möchten mit der bayerischen Zahnärzteschaft „Zukunft gestalten“. Was muss man darunter verstehen?

Dr. Frank Hummel: Zukunft gestalten ist ein Aufruf zum Handeln. Ich denke, es ist unter den heutigen Umständen besonders wichtig, die Zukunft aktiv weiterzuentwickeln. Ich sehe dabei eine Vielzahl an Problemen, die derzeit kumuliert auftauchen, wie die globale Klimakrise, den Fachkräftemangel, die hohe Inflation und die Weigerung der Politik, den GOZ-Faktor zu erhöhen. Denn eines ist klar: Ohne eine bessere Honorierung lassen sich viele der anstehenden Aufgaben nicht bewältigen.

Sie haben die Klimakrise als Erstes genannt. Liegt Ihnen dieses Thema besonders am Herzen?

Die Klimakrise sehe ich als Chance für eine bessere Zukunft. Es muss nur gehandelt werden. Auch wir Zahnärzte können unseren Beitrag leisten und in diesem Sinne will die BLZK die bayerischen Praxen unterstützen. Themengruppen sind klimaschonende Praxisführung, Motivation der Mitarbeiter zu einer klimaschonenden Lebensweise, Abfallmanagement, Ansprache mit den Herstellern und Großhändlern zu umweltfreundlicher Verpackung und Transport oder Wege zur Zertifizierung der Klimaneutralität. Die bayerischen Zahnärztinnen und Zahnärzte sollen damit sofort und häufig einfach umsetzbare Anregungen an die Hand bekommen, um ihre Praxis klimaschonender zu betreiben und dieses Engagement nach außen zu kommunizieren.

Werden innerhalb der BLZK auch weitere Referate in die Thematik eingebunden?

Das halte ich in jedem Fall für wichtig. Das Referat Praxisführung und Strahlenschutz steht unter anderem im direkten Austausch mit dem Referat Qualitätsmanagement. Es gibt bereits Überlegungen, wie das Thema Nachhaltigkeit im QM-Bereich eingebunden werden kann. Die Bedeutung des Klimaschutzes nimmt die BLZK sehr ernst und will die Zahnärztinnen und Zahnärzte auf mehreren Wegen ermutigen, unsere bayerischen Praxen auf breiter Basis klimafreundlich zu machen. Das Ziel ist schließlich eine klimaneutrale Zahnmedizin in Bayern.

Wie wollen Sie das Thema an die Zahnärzteschaft bringen?

Die Artikel mit den Checklisten müssen gut lesbar und die Vorschläge schnell umsetzbar sein. Wir werden also keine wissenschaftlichen Abhandlungen veröffentlichen, sondern praktische Handhabungen und deren Realisierung vorstellen. Wir wollen dabei alle Kolleginnen und Kollegen ansprechen. Insbesondere bei den Jüngeren, also denjenigen, die ihre Praxis noch über Jahre oder Jahrzehnte weiterführen wollen, sehe ich ein vitales Gestaltungspotenzial. Ihren Lesegewohnheiten wollen wir Rechnung tragen.

Über welche Kanäle sollen die Inhalte kommuniziert werden?

Die eigentliche Themenaufbereitung erfolgt im BZBplus. Hier werden die Artikel mit den praktischen Umsetzungsmöglichkeiten veröffentlicht. Nach dem Erscheinen im BZBplus werden die Inhalte dann auch auf unseren Online-Kanälen wie der BLZK-Website, über Newsletter oder über Social Media bereitgestellt. Zu unseren Beiträgen erhoffen wir uns viel Resonanz. Kommentare und Verbesserungsvorschläge sind ausdrücklich erwünscht.

Beitragsreihe „Nachhaltigkeit konkret“

Das BZBplus greift in den nächsten Ausgaben das Thema Nachhaltigkeit in einer Beitragsreihe auf. Zu den Artikeln wird es eine Checkliste mit konkreten Handlungsbeispielen geben. Zur Weitergabe innerhalb der Praxis oder zum Abheften können die Beiträge aus dem Heft herausgetrennt werden. Sie werden zudem unter www.bzb-online.de abrufbar sein.

Folgende Themen sind derzeit geplant:

  • Abfallvermeidung und Entsorgung
  • Energie- und Wasserverbrauch
  • Transporte vermeiden durch optimiertes Termin- und Bestellmanagement
  • Kommunikation im Team und nach außen

BZBplus-Serie: Nachhaltigkeit konkret

BZBplus-Serie: Nachhaltigkeit konkret

Teil 1: „Klimakrise kann die Chance für eine bessere Zukunft sein – wenn wir handeln“
BZBplus 9/2023, S. 15-16

Teil 2: Abfallmanagement: Vermeiden kommt vor dem Entsorgen
BZBplus 10/2023, S. 17-18

Teil 3: Eine Frage des Materials
BZBplus 11/2023, S. 17-18

Teil 4: Einsparpotenzial bei Energie und Wasser erkennen
BZBplus 12/2023, S. 17-18

Teil 5: Mobilität neu denken
BZBplus 1-2/2024, S. 17-18

Teil 6: Die Umsetzung ist Teamsache
BZBplus 3/2024, S. 14-15

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