04/16/2026 | Nachrichten | Patienten, Versorgungsforschung, Pflege
Prävention verbessert Mundgesundheit ein Leben lang
Längsschnittergebnisse der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) vorgestellt
In der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) wurden zum ersten Mal Längsschnittanalysen vorgenommen. Dazu wurden Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmer aus der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) von 2014 erneut untersucht, um die Entwicklung der Mundgesundheit der Bevölkerung nachzuvollziehen und erstmals detaillierte Einblicke in individuelle Krankheitsverläufe zu erhalten. Die Ergebnisse der Längsschnittanalysen wurden jetzt vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) vorgestellt.
Nur wenige neue kariöse Zähne und seltener Zahnverlust
Dank der konsequent präventionsorientierten Ausrichtung in der Zahnmedizin sind nur sehr wenige Zähne neu von Karies betroffen: Bei zum Zeitpunkt der DMS V kariesfreien Kindern (die heute 20-Jährigen) erkrankte innerhalb des Untersuchungszeitraums im Schnitt maximal ein Zahn an Karies. Das verdeutlicht, dass diese Altersgruppe bereits vollständig vom zahnmedizinischen Präventionsangebot profitiert. Bei den heute jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) zeigt sich erstmals der volle Effekt der präventionsorientierten Versorgung seit den 1990er-Jahren.
Auch Zahnverlust ist heute deutlich seltener als früher: In allen Altersgruppen behält ein großer Teil der Menschen über viele Jahre alle eigenen Zähne – auch dieses Ergebnis unterstreicht die nachhaltige Wirkung von präventiven Maßnahmen.
Parodontitis: entscheidende Phase bereits im mittleren Erwachsenenalter
Die Parodontitis verläuft als chronische Erkrankung in der Regel langsam und Zahnverluste haben sich in der gesamten Bevölkerung stark reduziert. Gleichzeitig belegen die Daten, dass die entscheidende Krankheitsdynamik bereits im mittleren Erwachsenenalter stattfindet. Zu diesem Zeitpunkt kippen viele Verläufe in schwere Formen. Im höheren Alter resultiert daraus das Risiko für Zahnverluste. Betroffene Seniorinnen und Senioren können jedoch durch regelmäßige Zahnarztbesuche parodontal gut behandelt werden und somit lange von ihren eigenen Zähnen profitieren. Frühe Diagnostik und rechtzeitige therapeutische Maßnahmen sind daher grundsätzlich wichtig, um parodontale Verschlechterungen möglichst zu verhindern.
DMS 6 belegt engen Zusammenhang zwischen Mund- und Allgemeingesundheit
Am Beispiel der Diabetes belegt die DMS 6 auch den engen Zusammenhang zwischen Mund- und Allgemeingesundheit. Patientinnen und Patienten mit einer Diabeteserkrankung weisen oft eine schlechtere Mundgesundheit auf als Nicht-Betroffene: Sie haben häufiger eine schwere Parodontitis, mehr Wurzelkaries und im Durchschnitt doppelt so viele fehlende Zähne. Eine frühzeitig behandelte Parodontitis kann zum Beispiel zu einer besseren Diabeteseinstellung beitragen, wodurch hohe Folgekosten für das Gesundheitssystem vermieden werden können.
Mehr Informationen und Ergebnisse der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie finden Sie unter
www.deutsche-mundgesundheitsstudie.de